iPad für Ein- und Umsteiger: Diese Apps erleichtern den Büroalltag

Die Desktop-Lösung hat seit der mobilen Revolution ausgedient. Am 27. Januar 2010 präsentierte Steve Jobs im Novellus Theater des Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco das iPad. Seit dieser Keynote rüstete die Konkurrenz mächtig auf. Doch ist das iPad nur ein Tablet-Spaß oder der Tablet-PC, mit dem man sogar arbeiten kann? Dank “teurer” Applikationen kann die Flunder auch im Büroalltag überzeugen.

Seit Jahren versuche ich das Unternehmen von Steve Jobs zu verstehen. Ich bin zum einen von der einstigen Innovationsbesessenheit Apples fasziniert, zum anderen frustriert, weil das System Apple teuer und nicht wirklich kundenfreundlich ist. Sei es drum. Seit einer Woche bin ich stolzer Besitzer eines iPads und versuche mit ihm auch beruflich in Einklang zu kommen. 700 Euro sind eine Menge Geld und da muss doch mehr drin sein, als nur Spielerei und Social Media. Und nun das: Ich bin positiv überrascht, wie gut das Berufliche mit dem Privaten auf dem iPad funktioniert – Apps sei Dank.


Office2 HD


Um mit dem iPad professionell arbeiten zu können, muss der Nutzer allerdings etwas Geld in die Hand nehmen. Gute Software kostet in der Welt des Apfels leider noch immer eine Menge Geld. Zu Anfang reichen zirka 25 Euro aus. Damit sind auch Apps bezahlt, die eher von Verlagen zur Verfügung gestellt werden. Sie werden nicht von jedem benötigt. Da ich meine dienstliche Welt komplett in die Wolke von Google gelegt habe, waren Apps mit einer guten Anbindung dorthin gefragt. Zu allererst kaufte ich mir Office2 HD (iPad App-Link). Die App hat alles, was ein gutes Office braucht. Mit ihr kann ich Word- und Exel-Dokumente anzeigen, erstellen und bearbeiten. Für mich wichtig: Die Software lässt sich auch in “Google Docs” und zusätzlich in Apples Clouddienst “MobileMe iDisk” integrieren. Das klappte während dieser Zeilen wirklich gut. Auch das Schreiben mit der virtuellen iPad-Tastatur ist kein schweres Unterfangen – nur reine Übungssache. Die 5,99 Euro allerdings schon etwas fragwürdig.


Calendars


Ebenfalls wichtig sind die Termine, die während eines Tages immer wieder notiert werden müssen. Das Eintippen mit dem Smartphone war bisher überhaupt kein Problem. Seit dem iPad ein Übel. Ich suchte also nach einer Lösung für meine neue Flunder. Die App Calendars (iPad App-Link) ist ein solches Tool. Nach dem Einloggen in meinen Google-Account synchronisierte die App sich mit dem Online-Status und schon hatte ich übersichtlich meine Termine auf einen Blick, im anständigen lesbaren Format. Wie auch bei Google, habe ich die Ansicht Tag, Woche, Monat und Jahr. Jedes Event kann ich per Drag & Drop in die gewünschte Position schieben. Auch hier ist ein Feature besonders praktisch. Falls ich mal kein Internet-Zugang habe, kann ich die App auch offline nutzen. Sobald ich wieder online bin, synchronisiert sich das Programm automatisch mit dem Onlinedienst – ganz ohne den Software-Boliden iTunes. Aber auch hier bereitet der Preis von 5,49 Euro leichte Kopfschmerzen.


Evernote


Doch Apps müssen nicht immer etwas kosten. Das bereits auf dem iPad integrierte Notizbuch kann für den professionellen Gebrauch ignoriert werden. Besseren Ersatz fand ich in Evernote (iPad App-Link). Das Notizbuch ist schlichtweg der mobile Hammer. Von einfachen Notizen, über Ideen bis hin zu Schnappschüssen; Evernote zaubert aus einer kurzen Anmerkung auch gerne mal eine umfassende Präsentation. Die App ermöglicht es, Text, Fotos und Ton-/Sprachnachrichten abzulegen. Auch Evernote hat eine Besonderheit an Bord. Da es Evernote auch für den PC und Mac gibt, kann der Anwender sämtliche mobil getätigten Einträge auch am Desktop und Notebook einsehen und bearbeiten. Eine Anmeldung beim Clouddienst Evernote ist daher ein Muss. Die Software ist aber kostenlos.


Calculator X


Warum auf dem iPad kein Taschenrechner installiert ist, weiß nur Apple selbst. Der ausreichende Taschenrechner Calculator X (iPad App-Link), der, wie der Calculator auf dem Mac OS X einfache Rechnungen übernimmt, kann kostenlos über iTunes installiert werden.


Dropbox


Dropbox (iPad App-Link) ist der Clouddienst, der auch auf dem iPad nicht fehlen darf. Auch wenn die Zusammenarbeit mit den US-Behörden dem Dienst geschadet hat. Ohne die Dropbox geht heutzutage nichts mehr. Im Gegensatz zur Smartphone-App glänzt die Version auf dem iPad mit eine gewissen Übersicht. Nach dem Login werden alle Ordner links am Display angezeigt. Das Hochladen von Files ist mit einem Klick erledigt. Wie allerdings der Speicher berührt wird, ist aus der App nicht zu erkennen. Erst in den Einstellungen, unter “Lokaler Speicher”, sieht der Anwender wie viel Bytes für den Dienst abgezweigt werden.


Flickr Mobile Fotos


Fotografen können ebenfalls mit dem iPad dienstlich arbeiten. Denn neben der lokal-speicherintensiven Dropbox-Lösung gibt es auch eine App für den Bilderdienst Flickr. Mobile Fotos (iPad App-Link) macht dabei sogar eine wirklich stylisch gute Figur. Bereits nach der Übermittlung der Nutzerdaten werden alle Bilder in hübsch angelegten Bildergalerien angezeigt. Im Unteren Bereich findet der Anwender noch neben den einzelnen Fotos die Anzeige für Alben und Favoriten. Zudem sind die eigenen Kontakte und Bilder-Tags anklickbar. Die App kostet 2,39 Euro und bleibt somit im zumutbaren Rahmen. Software für die Bildbearbeitung habe ich grundsätzlich nicht auf dem iPad. Das macht in Sachen Professionalität keinen Sinn. Doch um Bilder an Agenturen via E-Mail weiterzuleiten, um Bilder zu sichten, ist die App empfehlenswert.


Reeder


Um meinen persönlichen NewsFeed immer griffbereit zu haben, entschied ich mich für Reeder (iPad App-Link). Es synchronisiert wie auch Calendars mit Google, genauer gesagt mit dem Google Reader. Die App zeigt die News als einzelne Feeds oder in Ordnern an. Über die App kann ich ohne Probleme neue Feeds abonnieren und das Lesen macht mit ihr ebenfalls viel Spaß. Die Software kostet 3,99 Euro und ist das Geld wirklich wert.


Twitter und MyPad


Social Media darf in Sachen iPad und Mobilität natürlich nicht fehlen. Auch hier gibt es günstige Angebote. Ich entschied mich für die kostenlosen Apps Twitter (iPad App-Link) und MyPad (iPad App-Link). Die Ansichten beider Applikationen ähneln sich und sind leicht anwendbar. Links finden sich beispielsweise bei Twitter die bekannten Punkte Timeline, Erwähnungen, Nachrichten, Listen, das Profil selbst und die Suche. Bei MyPad, was das Netzwerk Facebook integriert, finde sich ebenfalls links angeordnet News Feed, Friends, Messages, Photos, Events, Groups, Search, Notifications und Sign Out. Nutzer, die keine Werbung im unteren Rand möchten, bezahlen für die werbefreie Version 0,79 Euro. Wie ich finde, ein fairer Preis. MyPad hat aber auch in der kostenlosen Version einen integrierten Videoplayer und bietet die Möglichkeit Bilder hoch- und herunterzuladen.


Kontakte und Mail


Zum Schluss möchte ich die bereits installierten Apps “Kontakte” und “Mail” vorstellen. Durch die Synchronisation mit Google hilfreiche Werkzeuge, die bereits auf dem Macbook ihre Arbeitet vollrichten. Beide sind kostenlos und miteinander verknüpfbar. Auch die Synchronisation ist keine Hexerei. Einziger Nachteil: Hierfür wird das Musikprogramm iTunes benötigt. Die sperrige Software erstellt zwar bei jedem Anstöpseln ein sinnvolles Backup und spiegelt sogleich das eingespielte Onlinekonto. Doch die Software ist klobig und läuft seit Jahren schwerfällig.


Fazit:


Das iPad ist mobiler als jedes Smartphone und Notebook. Es ist schneller zu handhaben, es ist durch den Einsatz von Apps zügiger als jede herkömmliche Software und die Übersicht spielt ebenfalls eine große Rolle in der mobilen virtuellen Welt. Was auf dem Smartphone bereits gut funktioniert, wird durch das iPad perfektioniert. Das schönste an der ganzen Sache ist aber, das es auch noch unglaublichen Spaß macht. Wenn Apple nun noch drauf verzichten könnte, die Synchronisation per iTunes zu zelebrieren, wäre meine Flunder mein neuer bester Freund. So muss sie hin und wieder gehasst werden – spätestens beim Anschluss an den Rechner und den darauf folgenden Start iTunes. Und jetzt sind Sie dran. Welche Apps dürfen auf Ihrem iPad nicht fehlen?

Dieser Beitrag erschien auch auf Enterprise Efficiency.

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