iPad-App für den Hörsaal: Ersetzt Student Pad Zettel, Stift und Marker?

App für den Hörsaal: Student PadIm Hörsaal an der Uni sieht man das iPad noch relativ selten. Das liegt, neben dem relativ hohen Anschaffungspreis, auch an den begrenzten Einsatzmöglichkeiten. Mit der iPad-App Student-App (0,79 Euro, App Store-Link) wird sich das nicht von heute auf morgen ändern, die Richtung aber, die stimmt, meint Student und justapps.de-Autor Sebastian Wicke.

Das iPad führt in vielen Bereichen des Alltags zu Veränderungen, am meisten sicherlich im privaten Gebrauch. Im Geschäftsleben ist es noch verhalten – viele Firmen sind noch skeptisch und wollen nicht voreilig auf neue Hardware umrüsten. Und auch in einer weiteren Zielgruppe, die – aufgrund Ihrer Struktur und ihrer Ansprüche – wie gemacht scheint für das Apple Tablet, herrscht immer noch Zurückhaltung, wenn es darum geht das iPad nützlich den Alltag zu integrieren: die Studenten.

Denn Studenten scheinen doch diejenigen zu sein, die einen besonders großen Nutzen aus der Anschaffung ziehen könnten. Studenten (sind in der Regel) jung, Teil der Internetgeneration und somit offen für neue innovative Ansätze in der Lehre. Und das iPad bietet ihnen bisher ungekannte Vorteile:

  • Maße und Batterie

Es ist klein, leicht zu transportieren und überzeugt durch extrem lange Batterielaufzeiten im Vergleich zu regulären Notebooks (12 Std. vs. 3 Std.). Gerade dies war und ist für Studenten in Vorlesungen häufig ein Problem, da nicht genügend Steckdosen zur Verfügung stehen. Notebooks belegen zudem viel Platz auf den Tischen und lenken Kommilitonen dahinter häufig ab.

  • Ausrichtung auf digitale Inhalte

Heutige Unis sind mittlerweile sehr gut vernetzt, bieten fast überall Wi-Fi Zugang und Inhalte (Vorlesungsfolien, Übungsunterlagen) stehen fast komplett in digitaler Form zur Verfügung – ideale Voraussetzung für das auf externe Quellen ausgelegte iPad. Auch die digitalen Angebote der Bibliotheken verbessern sich. Das Lesen von längeren Texten auf einem iPad ist ohnehin wesentlich komfortabler als an einem Notebook.

Und dennoch – verhältnismäßig selten sieht man das iPad in Deutschlands Hörsälen. Die hohen Anschaffungskosten können hier nur ein begrenzt eine Erklärung sein – Studenten geben für andere Hardware, wie Note- oder Netbook ebenfalls hohe Beträge aus.

Zu klären ist also: Welchen Mehrwert bietet das iPad wirklich im Hörsaal? Was braucht der Student von heute und gibt es nachhaltige Vorteile gegenüber dem altbewährten Dreigestirn: Zettel, Stift und Marker? Ist es nicht vielmehr so, dass ein Student mit Stift und Zettel Inhalte aus einer Vorlesung wesentlich schneller anschaulicher und effizienter verarbeiten kann? “Wenn der iPad Nutzer noch das Notizfenster öffnet, sind die Inhalte “offline” schon längst niedergeschrieben.” hört man häufig in solchen Diskussionen.

Was wir also brauchen ist vernünftige Software, die aus einer praktischen Hardware einen echten und nachhaltigen Mehrwert für Studenten macht und es vielleicht sogar schafft mächtige Ordner und Hefter aus den Regalen der Studis verschwinden zu lassen.

Schaut man sich im AppStore um ist die Auswahl ernüchternd. Apps stehen zumeist nur für sehr spezielle Ansprüche zur Verfügung. Mal eine App, die das kommentieren von Dokumenten vereinfachen soll, ein schick animiertes Periodensystem oder eine zahllose Apps die nichts anderes sind also schlichte To-Do Listen. Das diese im Einzelfall nützlich und hilfreich sind ist sicherlich jedem Studenten klar. Ist dies aber ein Grund sich ein iPad anzuschaffen? Wohl eher nicht.

Wir haben eine App getestet, die etwas mehr bietet als das: Student Pad (0,79 Euro, App Store-Link)

App für den Hörsaal: Student Pad

Auf die oben genannten Anforderungen hin untersucht, merkt man welche Motivation die Entwickler von Epsilon Mobile hatten – nämlich Studenten und Schülern echte Hilfe in der Organisation ihrer Kurse und Unterlagen zu geben.

Die App ist in drei Bereiche unterteilt:

Die Library dient dazu Dokumente und Notizen aller Art abzulegen und zu sammeln. Importieren kann man diese aus iTunes oder direkt über einen Download aus dem Browser. Selbst erstellen lassen sich kleine Textdateien und größere Notebooks. Tabellenblätter und Docs lassen sich lediglich anschauen und aber nicht bearbeiten. Das Anlegen, Umbennen und Speichern von Dokumenten war zum Zeitpunkt unseres Tests noch mit einigen Problemem verbunden.

Wesentlich hilfreicher ist der Bereich My Modules/Courses. Hier lassen sich alle Kurse eines Semesters oder auch des kompletten Studiums anlegen. Jedem Kurs können individuelle Informationen, inklusive Kalender, zugewiesen werden. Sehr praktisch, um in der Fülle an Terminen den Überblick zu behalten.

In Student Pad lassen sich Semester-Kurse anlegen

Darüber hinaus lassen sich alle zur Verfügung stehenden Dokumenten, sowie digitale Literatur eines Kurses sammeln und bei Bedarf abrufen. Eine Antwort schuldig blieben die Enwtwickler auf der Frage, wie Inhalte schnell und effizient bearbeitet und kommentiert werden können. Einzig die zusätzliche Erstellung von Notizen ist hier vorgesehen.

Notizfunktion von Student Pad

An sich schon unbefriedigend, ist dies bei StudentPad nicht einmal komfortabel gelöst. Leider lassen sich Inhalte aus der Library auch nicht direkt in die Courses veschieben, was bedeutet, dass man entweder zweimal importieren muss oder sich für eine der beiden Bereiche entscheidet. Sicherlich verbesserungswürdig.

Der dritte Bereich der App sind die Tools. Es stehen zwei Tools aus der Mathematik in der aktuellen Version zur Verfügung: Ein umfangreicher Rechner, der sogar einfache Gleichungssysteme lösen kann und ein wirklich guter Graphen-Simulator.

Zwei Tools aus der Mathematik stehen in der aktuellen Version zur Verfügung

Beide Tools sind gelungen und bieten eine echten Mehrwert für entsprechende Studiengänge. Hier darf es in Zukunft aber gerne noch mehr Alternativen geben. Beispiele für solche Tools finden sich, wie oben beschrieben, im App Store reichlich (ToDo Listen, Periodensystem, Wörterbücher).

Fazit

Alles in allem ist StudentPad ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Die App erleichtert die Organisation der vielen Kurse und der Student hat alle Unterlagen immer auf Abruf dabei, ohne jeden Tag riesige Ordner zu tragen oder sich jeden Morgen Gedanken zu machen welche Inhalte denn gerade relevant sind. Auch die Kombination mit ausgewählten und sinnvollen Tools ist hervorzuheben.

Allerdings soll dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine zentrale Frage immer noch nicht zufriedenstellend beantwortet ist. Nämlich wie Inhalte sinnvoll und effizient ver- und bearbeitet werden können. Das Anlegen von Notizen und Aufzeichnung ist schlichtweg ungenügend. Außerdem muss das Verschieben von Dokumenten schneller und unkomplizierter gelöst werden.

Sollten es die Entwickler schaffen diese Schwierigkeiten zu beheben, hat die App aber das Potential einen echten und nachhaltigen Mehrwert für Studenten von heute zu schaffen.

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