iPad 3: Spaltet das Retina-Display die App-Industrie?

Ein hochauflösendes iPad-Display gilt als gesetzt. Absolut positiv für den User, so heißt es. Aber stimmt das? Jüngste Erkenntnisse zeigen, dass ein HD-Display einen Rattenschwanz von Konsequenzen mit sich bringen würde, die nicht unbedingt immer von Vorteil wären. Weder für die Entwickler, noch die Nutzer selbst.

Über 2048×1536 Pixel soll das iPad-3-Diplay verfügen. Eine Vervierfachung des aktuellen Werts also. Dass das Tablet dafür mit mehr Rechenpower ausgestattet werden muss, ist selbstverständlich. Allerdings bedarf es aber auch Änderungen an den Apps selbst.

Sämtliche Artworks müssten an den neuen Standard angepasst werden. Während es derzeit möglich ist, Apps problemlos als Universal-App für iPhone und iPad anzubieten, könnte ein Retina-Display beim iPad dafür sorgen, dass Entwickler Apps für iPhone und iPad gesondert anbieten – als HD- und Non-HD-Variante.

Denn anstatt die App minimal an die iPad-Spezifikationen anzupassen, müssten viele Designs von Grund auf neugedacht werden.

Wie groß der Unterschied alleine zum Vorgänger-Tablet wäre, zeigen die Screenshots von Kevin Ng, einem Entwickler von iOS-Games, bei CultofMac. Für ihn bedeutet eine Vervierfachung der Pixeldichte auch eine Vervierfachung des benötigten Speichers. Angesichts eines Downloadlimits von 20 Megabyte dürfte das viele Entwickler vor große Probleme stellen.

Die ließen sich nur dadurch lösen, dass Apple das Limit hochsetzt. Was wiederum zu steigenden Kosten seitens der Nutzer führen könnte, falls das Downloadlimit überschritten wird.  Neben Eingeständnissen seitens des Appstore-Betreibers müssten die Entwickler dennoch grundlegend umdenken, um allzu umfangreiche Mehrarbeit zu vermeiden.

Eine Möglichkeit besteht im Gebrauch von Vektorgrafiken, die sich problemlos an jede Auflösung anpassen lassen.Entwickler Kevin Ng nutzt sie beispielsweise in seinem kommenden iOS-Game “FoodRun”.

Es bleibt spannend abzuwarten, wie Apple und die Entwickler-Community diese Probleme lösen. Fakt ist: Mit mehr Auflösung kommt auch mehr Verantwortung…

(via CultofMac)