IMDb: Das Gedächtnis für Film und Fernsehen

Gleich zwei Ereignisse beschäftigten am Wochenende die Filmwelt: Der Tod des Regisseurs Claude Chabrol und Sofia Coppolas Gewinn des Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. Aber welche Filme haben Chabrol berühmt gemacht, und wer spielt in Coppolas Film “Somewhere” mit? Zwei Fragen, die die App der Internet Movie Database – kurz: IMDb – beantworten soll.

IMDb ist eine von Amazon.com betriebene Filmdatenbank im Internet, die zur Zeit mehr als 1,5 Millionen Filmproduktionen und über 3,2 Millionen Filmschaffende verwaltet. Seit 1990 existiert die mächtige Datenbank im Internet, für die es mittlerweile auch eine Universal-App für iPhone und iPad gibt. Die App greift auf die gleiche Informationen zurück wie die Webseite imdb.com, optimiert aber die Darstellung der Inhalte für die mobilen Apple-Geräte. Die hier gezeigten Bilder und Anwendungen stammen von der iPad-Variante.

Der Startbildschirm ist dreigeteilt und bietet neben der Navigation (“Filme”, “TV”, “Leute”) einen Direkteinstieg in die Bereiche “Meistgesuchte Titel auf IMDb” und “Meistgesuchte Stars auf IMDb”.

Konkrete Anfragen können über das Suchfeld an die Datenbank gesendet werden. Der Name “Chabrol” bringt mich unverzüglich auf die Suchergebnisseite und zeigt mir an erster Stelle den gesuchten Regisseur, Claude Chabrol, gefolgt von einer Liste mit weniger relevanten Chabrols oder nur teilweise übereinstimmenden Namen.

Die App reagiert sehr viel schneller als die Webseite, was damit zusammenhängt, dass nur ausgewählte Informationen dargestellt werden. So fehlt beispielsweise noch das Sterbedatum, 12. September, obwohl es auf der Webseite bereits verfügbar ist. Die App beschränkt sich bei Personen auf “Kurzbiografie”, “Wissenswertes” und “Zitate”. Weitere Informationen können aber komfortabel über den Link “Auf imdb.com ansehen” im gleichen Fenster nachgeladen werden.

Außerdem verlinkt der Steckbrief – wenig überraschend, aber durchaus praktisch – auf passende Angebote bei amazon.com. Vier Filme, für die Chabrol bekannt ist, werden direkt angezeigt, darunter “Biester”, “Der Schlachter” und “Eine Frauensache”. Der Link zur “Kompletten Filmografie” aktiviert einen Layer.

Ganz ähnlich baut sich die Filmseite zu “Somewhere” von Sofia Coppola auf. Zu den weiteren Infos, die die App direkt anbietet, gehören “Details” wie “Handlungsübersicht” und “Premierendatum”, “Rezensionen & Kommentare” und die “Crew”. Unter anderem spielen Stephen Dorff und Benicio Del Toro mit. Unverzichtbar: Zu dem Film kann ein Trailer abgerufen werden. Eine Bewertung des Films ist über die App möglich. Für eine weitergehende Mitwirkung an den Inhalten muss die Webseite aufgerufen werden.

Die Reduzierung der Inhalte geht klar zugunsten des Tempos und der Übersichtlichkeit. In vielen Fällen wird man aber nicht umhin kommen, die Webseite zusätzlich aufzurufen. Diese bietet noch einen weiteren Vorteil gegenüber der App, indem die Startseite die Nutzer mit aktuellen Nachrichten aus der Filmwelt versorgt.

Die App spielt ihre Stärken aus, wenn es um die Darstellung von Listen geht, zum Beispiel “Beste 250 Filme”, “Schlechteste 100 Filme” oder “US Einspielergebnisse”.

Fazit: IMDb ist es gelungen, die mächtige Datenbank für unterwegs oder den Sofasurfer sinnvoll zu reduzieren. Die Geschwindigkeit lädt zum Stöbern ein. Die App ist zwar in sieben Sprachen übersetzt, inhaltlich jedoch stark auf den US-Markt fixiert (“US Vorstellungen”, “US TV heute Abend”, “US TV Zusammenfassungen”). Die Integration der Webseite lässt keine Frage zu Film und Fernsehen offen und macht die App zum Pflicht-Download für Filmfans.