Hinter den Kulissen: Wie Apps die Cloud im Flugzeugbunker steuern

Rechenzentrum Baden-BadenServer verwalten, Zugriffsstatistiken analysieren oder Domains buchen – die Produkte und Services des Internetdienstleisters 1&1 lassen sich von überall mit Smartphones und Apps steuern. Aber wo befinden sich eigentlich die ganzen Daten und Rechner? Ein Blick hinter die meterdicken Stahlbetonmauern eines der sichersten Rechenzentren der Welt.

Das Gewitter, das am 7. August 2011 über Irland tobte, werden viele Kunden von Microsoft so schnell nicht vergessen. Ein Blitz krachte in einen Transformator und setzte ihn binnen Sekunden in Brand. Dieç

Unwetter, Erdbeben, Flugzeugabstürze, Raketenangriffe oder Hacker – betrachtet man die möglichen Risiken, denen Rechenzentren ausgesetzt sind, kann man die Sorge vieler Unternehmen vor der Datenverarbeitung in der Cloud verstehen. Wer hat schon die Möglichkeit seine IT-Infrastruktur hinter mehreren Metern Stahlbeton zu verschanzen, so dass sie vor Raketenangriffen oder dem Absturz einer Boeing 747 sicher ist? – In Europa bietet diesen Schutz beispielsweise der Cloud-Anbieter 1&1 in seinem Rechenzentrum in Baden-Baden, nahe der französischen Grenze.

Rechenzentrum im Flugbunker

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Bunker, der 1951 für die französische Luftwaffe errichtet wurde. Zwei Jahre später erfolgte die Übergabe an die kanadische Luftwaffe. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Mauer wurde das Areal für den kommerziellen Flugverkehr geöffnet. 2003 landete hier beispielsweise die letzte Concorde der Air France. 2006 rüstete der zur Firmengruppe United Media gehörende Internetdienstanbieter 1&1 den Bunker zum Rechenzentrum um. 1&1 gehört zu den größten Internetanbietern der Welt. 2010 hatten nur Google und Intel mehr Rechenzentren im Betrieb.

Der Blick hinter die mehrere Meter dicken Stahlbetonwände ist nicht weniger spektakulär als ihre Geschichte. Auf einer Grundfläche von 2.000 Quadratmetern haben mehr als 30.000 Server Platz. Die 1.400 Quadratmeter große Dachfläche steht dem Kühlsystem und den Netzersatzanlagen zur Verfügung. Der Stromverbrauch beträgt rund 37 Gigawattstunden pro Jahr. Zusammen mit dem wenige Kilometer entfernten Partnerrechenzentrum in Karlsruhe verbraucht 1&1 pro Jahr rund 80 Gigawattstunden. Und 1&1 ist nicht der einzige Anbieter in Deutschland. Strato, Hetzner und die Deutsche Telekom sind nur drei der größten Anbieter in Deutschland. Zudem wächst der Markt der Cloud-Anbieter ständig und diese wiederum erweitern ihre Speicherangebote.

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Sollte es mit der Stromversorgung mal nicht so klappen, sorgt eine umfangreiche Netzersatzanlage und Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für die Sicherheit der beherbergten Cloud. Vier Notstromdieselaggregate mit insgesamt 10.000 PS und einem Gewicht von 160 Tonnen sowie einer Anlaufzeit von nur 30 Sekunden sind gewichtige Argumente für CIOs. Tanks mit einem Gesamtvolumen von 50.000 Litern halten das Rechenzentrum für mehrere Stunden unter Volllast in Betrieb und können den Technikern im Notfall wertvolle Zeit verschaffen (Stand: November 2012).

Auch in Zukunft setzt 1&1 auf Rechenzentren im Bunker. 2009 hatte man in Hanau bei Frankfurt am Main einen Betonbunker entkernt und für den Einzug vorbereitet. Das stark wachsende Unternehmen wollte auf den 10.000 Quadratmetern Gebäudefläche schrittweise ein Rechenzentrum mit bis 100.000 Servern aufbauen. Zur Zeit konzentriert sich die Internetfirma aber auf die bestehenden fünf Rechenzentren in Baden-Baden, Karlsruhe, Kansas (USA) sowie in Gloucester (Großbritannien). Das Gebäude sei so weit vorbereitet, dass es im Bedarfsfall innerhalb eines Jahres den Betrieb aufnehmen könne, so 1&1.

Apps für iOS und Android zur Kontrolle und Analyse

1&1 Apps

1&1 Online Speicher (iOS-Link; Android-Link) – Diese App ermöglicht den Zugriff auf den Onlinespeicher, der in jedem 1&1 Hosting oder DSL Vertrag inklusive ist.

1&1 Cloud-Server-Management (iOS-Link; Android-Link) – Mit dieser App lassen sich ein oder mehrere 1&1 Dynamic Cloud Server von einem iDevice nicht nur zu überwachen, sondern auch neu starten oder konfigurieren.

1&1 Mobile Monitoring (iOS-Link; Android-Link) – Diese App ermöglicht es, von unterwegs seine 1&1 Server (dedizierte Server, virtuelle Server) zu überwachen.

1&1 Web Analyse (iOS-Link; Android-Link) – Zugriffsstatistiken für die eigene Webseite von unterwegs kontrollieren.

1&1 Foto Album (iOS-Link; Android-Link) – Diese App ermöglicht es, jedes mit einem iPhone erstellte Foto sofort im Hintergrund auf den 1&1 Onlinespeicher zu laden, um es zu sichern.

1&1 Domains (iOS-Link; Android-Link) – Mit dieser App kann man unterwegs spontan die Verfügbarkeit von Domains ermitteln und diese dann sofort registrieren.