High-end-Kopfhörer: Spitzenklang für iPhone, iPod und iPad

Die iPods, aber auch das iPad und das iPhone sind nicht nur technisch und in Sachen Design das Maß der Dinge, auch beim Klang sind die Geräte vorbildlich. Für den guten ersten Eindruck reichen sicher die von Apple mitgelieferten Ohrstöpsel, doch für allerbeste Audio-Qualität müssen High-End-Kopfhörer her. Wir haben uns vier Modelle von Audeo, Etymotic, Klipsch und Shure zwischen 100 und 500 Euro genauer angehört.

7 Uhr: Der Wecker klingelt, es ist Zeit für die morgendliche Laufstrecke. Mit Musik im Ohr sind die fünf Kilometer auch bei schlechtem Wetter schnell geschafft. Also raus aus dem Bett, Sportklamotten anziehen und den iPod nano an den Oberarm kletten.

Beim Audio-Anschluss geht Apple bei seinen Geräten keinen Sonderweg, sondern verwendet den üblichen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker.

Doch nicht alle Kopfhörer arbeiten einwandfrei mit der Apple-Software zusammen. Wer sichergehen will, dass die Fernbedienung funktioniert, sollte darauf achten, dass der Hersteller die Kompatibilität zu iPhone, iPod und iPad garantiert. Bevor die Hörer ins Ohr wandern, gilt es, das passende Ohrpassstück zu finden. Mit ihnen lässt sich der Kopfhörer individuell an den Gehörgang, der bei jedem Ohr unterschiedlich ist, anpassen. Nur wenn der Kopfhörer perfekt sitzt, erreicht auch die Musik einen perfekten Klang.

Die umfangreichste Auswahl an Ohrpassstücken bietet der Shure SE535. Dem Kopfhörer liegen insgesamt acht unterschiedliche Aufsätze bei. Sie unterscheiden sich in Form, Größe und Material: Die Stecker aus Silikon und Schaumstoff sind jeweils in drei unterschiedlichen Größen vorhanden. Der Stöpsel aus gelbem Schaumstoff lässt sich sehr gut vorformen, und der Tannenbaum-Stecker sperrt die Umgebungsgeräusche am besten aus. Etymotic legt dem hf3 zwar weniger Passstücke bei, bietet aber für rund 100 Euro
individuell angefertigte Stecker an.

Eine gute Schallisolierung hält nicht nur störende Nebengeräusche fern, sondern schont das Ohr, da die Kopfhörer für einen guten Klang nicht so laut sein müssen. am einfachsten lassen sich die Ohrpassstücke des Audeo PFE 122 wechseln, nur ein wenig schwerer
sind sie vom Klipsch s4i und dem hf3 von Etymotic entfernt und wieder angebracht. Beim Shure SE535 muss der Nutzer mit dem Fingernagel kräftig schieben, damit sich der Aufsatz löst.

Shure SE535

9 Uhr: Frisch geduscht beginnt nach einem leckeren Frühstück der Weg zur Arbeit. Die halbstündige Fahrt mit der S-Bahn bietet Gelegenheit, sich die Nachrichten im Radio anzuhören und die Anrufe auf der Mailbox zu überprüfen.

Alle vier getesteten Kopfhörer sitzen mit dem richtigen Ohrpassstück bequem und fest im Ohr. Sie drücken nicht, wie die festen, runden Kunststoff stecker von Apples Standard-Modell, noch wackeln sie oder machen Anstalten herauszurutschen. Nur beim Joggen macht sich das Gewicht des Shure SE535 bemerkbar. Der Kopfhörer wiegt ungefähr dreimal so viel wie die anderen. Beim Tragen spürt man das hohe Gewicht zwar nach kurzer zeit nicht mehr, es führt beim Sport aber dazu, dass die Stecker sich lösen können.

Alle vier Hersteller legen ihren Kopfhörern einen Aufbewahrungsbehälter bei. Den Audeo PFE 122 und den Etymotic hf3 steckt der Nutzer in weiche Stofftaschen. Robuster verpackt sind der Shure SE535 in Hartplastik und der Klipsch s4i in einer Metallbox. Wenn es aber darum geht, Kabel und Hörer zu verstauen, lassen alle vier Boxen den Nutzer im Stich. Es fehlen Aufrollhilfen für das Kabel, und nur in der Metallbox von Klipsch lassen sich die Hörer feststecken. Alle Taschen sind zudem sehr knapp bemessen.

Zwar verheddern auch bei High-End-Kopfhörern die Kabel, aber insgesamt gibt es in der Praxis nicht viel an den vier Testgeräten auszusetzen. Die Tasten der Fernbedienungen weisen klare Druckpunkte auf, und mit zwei Händen sind die Hörer schnell angeschlossen und ins Ohr gesteckt. Einzig die Links- und Rechts-Markierungen beim Etymotic hf3 und beim Klipsch s4i sind für den Nutzer nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Bei Letzterem sowie beim Shure SE535 und beim Audeo PFE 122 berührt unter Umständen das Kabel das Gesicht.

Bei Gewicht und Kabellänge sticht der Shure SE535 hervor. Die anderen drei Modelle wiegen zwischen 10 und 14 Gramm und verfügen über 110 bis 127 Zentimeter lange Kabel. Der SE535 bringt dagegen stolze 33 Gramm auf die Waage, sein Kabel ist mit 162 Zentimetern fast einen halben Meter länger und lässt sich abnehmen.

Beim Klipsch s4i und beim Etymotic hf3 befindet sich der Lautstärkeregler direkt am Kabel. Er ist jeweils Teil einer Fernbedienung, mit der sich die Musikwiedergabe steuern lässt (Pause, Play und nächster Song) oder iPhone-Nutzer Gespräche annehmen und beenden. Der Audeo PFE 122 verfügt ebenfalls über ein Mikrofon, seine Fernbedienung aber nur über eine Taste. Beim hf3 sitzt die 3-Tasten-Fernbedienung jedoch viel zu hoch und befindet sich auf Höhe der Wange des Nutzers. Dem teuren Shure SE535 fehlt ein Mikrofon, und der Lautstärkeregler mit Drehrad lässt sich nur als Adapter ans Ende des ohnehin schon über 1,5 Meter langen Kabels anbringen. Damit sitzt er viel zu tief, um bei mobilen Geräten wie iPhone oder iPod sinnvoll zum Einsatz zu kommen.

Klipsch S4i

14 Uhr: Um beim Telefonieren mit dem iPhone mitschreiben zu können, sollten beide Hände auf der Tastatur liegen. Das Headset sorgt dafür, dass das Smartphone auf dem Tisch liegen bleibt und die Kollegen nicht das gesamte Gespräch über die Freisprecheinrichtung mithören müssen.

Von tiefen Tönen mit 16 Hertz bis zu hohen Tönen mit 19 Kilohertz reicht ungefähr der für den Menschen hörbare Bereich. Den kompletten Hörbereich deckt als einziger Kopfhörer im Test der Klipsch s4i ab. Der Frequenzbereich der anderen Modelle beginnt teilweise erst bei 20 Hertz und endet schon bei 15 Kilohertz. in der Praxis sind diese Einschränkungen allerdings nur wenig relevant, da das für die Musikwahrnehmung wichtige Musikfeld nur einen kleinen Teil der gesamten Hörfläche bildet.

Im direkten Vergleich mit Standard-Kopfhörern fällt der bessere Klang der High-End-Geräte sofort auf. Einen perfekten Klang erreichen die Top-Modelle allerdings auch erst, wenn sie wirklich perfekt im Ohr sitzen. Dann sind auch für ein untrainiertes Gehör Unterschiede in der Tonqualität der Spitzenmodelle zu hören. Der Klipsch s4i bietet einen guten Klang, bei dem schon feine Unterschiede zu hören sind und Höhen sowie Tiefen deutlich hervortreten.

Beim Audeo PFE 122 erscheint der Bass noch klarer. Die beste Schallabdichtung bietet der Etymotic hf3 mit Tannenbaumsteckern, bei ihm wirkt der Klang zudem noch räumlicher, und der Bass tritt noch klarer hervor. als Nebenwirkung der guten Abdichtung ist allerdings wie bei Autofahrten im Gebirge oder Zugfahrten durch einen Tunnel ein Druck im Kopf zu spüren.

Über den besten Klang verfügt der Shure SE535 mit seinem Hochtonlautsprecher und zwei Tieftönern. Die Musik scheint aus allen Ecken des Raumes zu kommen, und der Bass baut einen deutlich zu spürenden Druck auf, der an das Gefühl erinnert, wenn man bei einem Konzert direkt vor den Boxen steht. als störend erweist sich jedoch die hohe Grundlautstärke des Kopfhörers.

Etymotic hf3

20 Uhr: Zum Feierabend ab aufs Sofa und die Füße hochlegen. Die bessere Hälfte zeigt sich beim Fernsehprogramm nicht kompromissbereit, und so bleibt nur der Griff zum iPad für die Abendgestaltung nach eigenen Wünschen. Gute Kopfhörer sorgen dafür, dass jeder nur sein Programm hört.

Die Hersteller statten ihre Kopfhörer mit unterschiedlich viel Zubehör aus. Den größten Inhalt weist die Packung des Shure SE535 auf. Neben einem Flugzeug- und 6,2-Millimeter-Adapter findet der Nutzer auch ein Reinigungswerkzeug für die Ohrstecker. Die anderen Modelle verfügen teilweise über Audiofilter, Kabel-Clips oder Kabelführungen aus Silikon.

Alle vier Kopfhörer weisen einen deutlich besseren Klang als die Standard-Kopfhörer auf, die Apple dem iPhone und den iPods beilegt. zudem lassen sie sich individuell an das Ohr des Nutzers anpassen und sitzen so bequemer und sicherer. im Gegenzug kosten die High-End-Modelle allerdings auch mindestens dreimal so viel.

Fazit

Audeo PFE 122: Die Audeo-Geräte stammen vom Schweizer Hörgeräte-Hersteller Phonak, so dass jede Menge Expertenwissen über Akustik in die Entwicklung der Geräte eingeflossen sind. Als einzigem Kopfhörer im Test fehlt dem PFE 122 ein Lautstärkeregler, dafür eignet er sich nicht nur für Apple-Produkte und wird mit sechs auswechselbaren Audiofiltern geliefert.

Etymotic hf3: Nach Angaben des Herstellers isoliert der hf3 von den derzeit verfügbaren Kopfhörern am besten. Im Test war von der Umgebung, in der Zimmerlautstärke herrschte, wirklich nichts mehr zu hören.

Klipsch s4i: Der günstigste Kopfhörer im Test verfügt sowohl über einen Lautstärkeregler als auch über ein Mikrofon. Mit zehn Gramm inklusive dem 127 Zentimeter langen Kabel bringt er das geringste Gewicht der vier Testgeräte auf die Waage.

Shure SE535: Beim schwersten und teuersten Kopfhörer in diesem Vergleichstest befindet sich auch das meiste Zubehör in der Packung. Der Shure SE535 steht an der Schwelle zum professionellen In-Ear-Monitor für Musiker beim Live-Auftritt.

Übersicht: High-End-Kopfhörer

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