Foxconn-Boss Gerry Gou: iPhone 5 wird das Galaxy S3 zerstören

So deutlich hört man den CEO von Foxconn, dem größten Zulieferer von Produkten für Apple, Microsoft und Dell nur selten vom Leder ziehen. Auf die Frage, ob er an den Erfolg des iPhone 5 glaubt, erklärte der Chef über 500.000 Angestellte: “Nach dem Start des neuen Produkts wird sich Samsung für sein S3 schämen.”

Mit der Marketing- und Produktionspower von Hon Hai – unter diesem Namen tritt der Zulieferer auf dem Markt auf – und dem Zugang zu Schlüsseltechnologien von Sharp hätte Apple alles, was es braucht, um den Erzrivalen zu besiegen, erzählte Gou im Rahmen einer Pressekonferenz. Fraglos macht der Tycoon damit Werbung in eigener Sache. Aber hinter den klaren Worten steckt noch mehr: Wut.

Denn der koreanische IT-Riese machte sich 2010 recht unbeliebt in Fernost – zumindest in Zuliefererkreisen. Samsung hatte im Rahmen einer Untersuchung der EU-Kommission mehrere taiwanesische Firmen angeschwärzt, die unter dem Verdacht gezielter Preisabsprachen standen. In erster Linie, um die eigene Haut zu retten, glaubt Gou. Denn Samsung wurde später nicht angeklagt. So erzählte er Journalisten, dass er Samsung hasse und es als seine persönliche Aufgabe sehe, das Unternehmen zu zerstören.

Doch zurück zum iPhone: Im Rahmen der Bekanntgabe einer Zusammenarbeit von Foxconn und Sharp erklärte Gou außerdem, dass die Menschen unbedingt auf den Launch des iPhone 5 warten sollten. Denn dank Sharps fortschrittlicher Fertigungsanlagen sei man Samsung um drei Jahre voraus. Interessant: Im Rahmen der Partnerschaft mit Sharp wird eine neue Modellreihe von Fernsehgeräten gefertigt werden. Dabei könnte es sich um das künftige iTV handeln, glauben einige Marktbeobachter. Schließlich würde auch das für Apple-Geräte verarbeite Gorilla Glas von Corning verwendet.

Um zu verstehen, dass Gou keine halben Sachen macht, sei nur das erwähnt: Der 1,6 Milliarden Dollar schwere Deal mit Sharp sieht den Bau einer völlig neue Anlage vor, die unter anderem weltexklusiv die Massenproduktion von 60 bis 80 Zoll großen LCD-TVs bewerkstelligen soll. 800 Millionen Dollar investierte Hon Hai, also Foxconn. Die restlichen 800 Millionen Dollar zahlte Gou einfach aus eigener Tasche.