Flohmarkt-App Stuffle im Test: So einfach kann Verkaufen sein

Seit wenigen Wochen ist Stuffle, die App von Digital Pioneer Nico Lumma, im Appstore erhältlich. 12.000 Downloads und über 2000 Angebote später war es für Autor Felix Disselhoff auch so weit. Er hat gestuffelt. Ein Testbericht.

“Ich hab ein rotes T-Shirt an. So erkennst du mich besser”, hallt es aus dem Hörer. Ich lege auf, schnappe mir die Tickets und setze mich in Bewegung Richtung Treffpunkt. 15 Minuten später und eine “Bin schon da”- SMS später ist es soweit. Ein Typ hängt gelangweilt auf dem Bike, sucht, findet mich.

Dann geht alles ganz schnell. Hier die Tickets, da das Geld. Ich hab gestuffelt. Ich bin ein Stuffler. Ich tanz den Stuffle. Wie auch immer die App seine Nutzer und das digitale Trödeln nennen will: Ich hab soeben ganz unkompliziert die eigentlich für meine Eltern gedachten Theaterkarten (sie hatten keine Zeit) zu Geld gemacht. Ohne lästiges Rumgeklicke, Gemaile und Getippe.

Möglich macht das Stuffle, eine drei Wochen junge kostenlose App für iPhone, iPad und iPod touch, deren Macher sich offenbar gedacht haben: “Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?” Die Anwendung ist kostenlos und sucht in der direkten Umgebung nach Angeboten und listet sie nach Entfernung auf.

Das geht von Dosengemüse über Fahrräder, alte Macs, neue Smartphones bis zur Designerklamotte. Ein Angebot einzustellen, ist denkbar einfach. Mit Facebook einloggen, Titel schreiben, kurzen Beschreibungstext verfassen, Bild hochladen, Preis festsetzen. Und dann warten.

Kein Schnick-Schnack

In meinem Fall ein Tag. Dann kam die Benachrichtigung per Mail. In der App selbst können Käufer und Verkäufer Nachrichten schreiben, um etwa Nummern auszutauschen – bitte die Möglichkeit schaffen, Nummern aus dem Dialog zu kopieren bzw. direkt anzurufen – oder einen Treffpunkt auszumachen. Und genau das macht den Reiz von Stuffle aus. Die App, das System selbst, sind so herrlich umkompliziert.

Wenn ich bei Ebay etwas verkaufen will, verlangt das Portal von mir Logins, Kategorien, Texte und noch mehr Texte, Häkchen hier, Button da.  Und zu guter Letzt zahle ich dafür und muss das Produkt sehr wahrscheinlich auf den Postweg bringen.

Nicht bei Stuffle. Das Beste, was das Team hinter der App jetzt machen kann, ist, die Anwendung nicht mit Features aufzuladen. Stuffle hat eine Menge Charme, jetzt fehlt nur noch die Masse an Usern, um das Projekt auch auf Dauer interessant zu machen.

Übrigens: Gezahlt wird hier bar. Besiegelt wird das Geschäft, so wie es das Logo der App schon vorschlägt: per Handschlag.