Final Cut Pro X: Apples "Prosumergate"

Final Cut Pro XMit Final Cut Pro X hat sich Apple nicht nur Freunde gemacht. Wenige preisen die App als Türöffner für junge Kreative in die Filmwelt. Filmemacher und Cutter gehen auf die Barrikaden. Apple reagiert pikiert. Und die Konkurrenz lockt mit irren Rabatten Enttäuschte an.
Es war sehnsüchtigst erwartet worden. Endlich sollte es ein Update für Final Cut Studio geben. Eine Software Suite die eines der wichtigsten Werkzeuge für Cutter und Filmemacher weltweit ist. Während tagesaktuelle Redaktionen auf Avid Composer als rasches Schnittsystem setzen, konzentrierten sich Dokumentarfilmer, VJs und Filmemacher auf Final Cut als Handwerkszeug.

Doch das Update stieß viele Kreative vor den Kopf. Aus der mächtigen Software war eine App geworden. Prompt reichten Kreative weltweit eine Petition ein. Der Titel: “Final Cut Pro X is Not a Professional Application”. Bis jetzt haben fast 8000 Menschen unterzeichnet.

Hardware wird nicht mehr unterstützt
Für Cutter und die betroffenen Filmemacher sei Final Cut Pro ein essenzielles Werkzeug, heißt es in der Petition. Viel wichtiger: Viele hätten sehr viel Geld in Firmen investiert, die sich auf Final Cut Pro verlassen. Sie sehen sich nun mit einem für “Prosumer” gemachten Nachfolger konfrontiert, der ihren Firmen die Arbeitsgrundlage entziehen würde. Man fordert entsprechende Verbesserung seitens Apple oder den Verkauf des Sourcecodes an einen Dritten. Denn teilweise wird sogar bestimmte Hardware nicht mehr unterstützt. Mac Pros der Serie Frühjahr 2008 mit der ATI Radeon HD 2600 XT lassen noch nicht einmal den Download via App Store zu.

Apple reagierte indes auf die Kritik. In einer FAQ auf der Apple-Website heißt es, man halte die Software einen “Durchbruch”. Man werde einige Funktionen nachreichen und die Kompatibilität für Mac OS X Lion gewährleisten.

Final Cut und “Der Untergang”
Auf den Punkt bringt diese Enttäuschung ein jüngst veröffentlichter Clip auf YouTube. Ein Ausschnitt aus Oliver Hirschbiegels “Der Untergang”, bei dem ein neuer Untertitel eingefügt wurde. In dem Mash-up sinniert Hitler über die Unsinnigkeit von Apples gewolltem Paradigmenwechsel und kapituliert schlussendlich vor der Tatsache, dass aus seiner heißgeliebten Software eine “App” wurde.

Adobe lockt mit großen Rabatten
Die Konkurrenz wittert jetzt Morgenluft: Adobe bietet momentan sein Schnitt-Software Premiere Pro CS 5.5 zum halben Preis an. Für den umfangreicheren Avid Composer 5.5 gibt es sogar noch mehr Rabatt, um frustierte User ans andere Ufer zu locken.

Das Angebot gilt noch bis zum 30. September. Gibt der Käufer beim Kauf den Promotion-Code “SWITCH” ein, erhält er Premiere Premiere Pro für über 500 Euro weniger. Noch krasser ist der Rabatt bei der Profi-Software Avid Composer. Die gibt es zum Sonderpreis von 995 Dollar. Ein enormer Preisunterschied zu sonst regulären 2295 Dollar.

Keine News mehr verpassen. – Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder nutzen Sie unseren RSS-Feed!