FAZ-App: Konservativ, aber mit Liebe zum Detail

iPhone-App der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAZ)Goldene Schrift auf Lederoptik – die App der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) für iPhone und iPod touch will Hochwertigkeit vermitteln. Und der Eindruck täuscht nicht. Konservativ wie die Zeitung, erfindet die FAZ-App (kostenlos, iTunes-Link) das Rad der Inhaltepräsentation nicht neu. Die Qualität steckt dafür im Detail.

Wer lange wartet, hat einen Vorteil: Er kann beobachten, wie es die Konkurrenz macht. Lässt andere eine blutige Nase holen, schaut sich um, was sich bewährt, und schraubt dann aus den besten Zutaten sein eigenes Produkt zusammen.

Die Frankfurter Rundschau hatte das beispielsweise vor kurzem so gemacht und mit dem ersten Aufschlag die gesamte Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Als eine der letzten großen deutschsprachigen Zeitungen hat es seit einigen Tagen auch die FAZ mit einer App auf iPhone und iPod touch geschafft. Und die Anwendung passt haargenau zum Frankfurter Verlag: Sie ist konservativ und hochwertig zugleich.

Konservativ, weil die Grundfunktionen der App in keiner Weise überraschen. Beim Aufruf der App erscheinen auf dem Startbildschirm aktuelle Nachrichten in Titel und Bildern aus unterschiedlichen Ressorts. Und am unteren Bildschirmrand navigiert man durch einzelne Bereiche der App.

FAZ-App Startscreen

Die Navigation-Logik ist aus vielen Nachrichten-Apps gelernt und bekannt. Was die FAZ-App aber besonders macht, ist die an einigen Stellen offensichtliche Liebe zum Detail.

Hier eine Auswahl:

  • Der Startscreen lässt sich, sowohl was die Reihenfolge der Ressorts als auch die Zahl der Artikel je Ressort betrifft, personalisieren.

FAZ-App - Personalisierung des Startscreens


  • Auf dem Startbildschirm werden die Nachrichten-Anreißer durch weitere Rubriken wie Kommentare und Multimedia-Galerien aufgelockert.

FAZ-App - Multimedia


  • Die standardisierte Scrollbewegung „von oben nach unten“ wird an mehreren Stellen durch eine Navigation „von links nach rechts“ ergänzt, sodass sich zum Beispiel die Kommentare auf dem Startscreen durchblättern lassen.

FAZ-App - rechts-links-Navigation


  • Die Autoren haben in der FAZ-App ein Gesicht, etwa bei den Kommentaren und in der Rubrik „Empfehlungen“, wo die Feuilleton-Redaktion zu den Themen Film, Musik, Theater, Literatur, Ausstellungen, Kulinarik und Comic einmal die Woche exklusiven Inhalt für die App erstellt.

FAZ-App - Autoren mit Gesichtern


  • Beim Lesen eines Artikels verschwinden Kopf- und Fußbereich, sobald man den Artikel scrollt.

FAZ-App - Vollbildschirm

Der Inhalt erhält so den größtmöglichen Platz, der beim iPhone bekanntermaßen überschaubar ist. Womit wir beim Wermutstropfen wären: Die App gibt ist bisher nicht für das iPad optimiert.

Was uns auch stört: So hilfreiche Einstellungsoptionen wie Push-Benachrichtigungen und Offline-Lesen finden sich nicht dort, wo man sie vermutet, nämlich in den Einstellungen, sondern am  Ende der langen Startseite.

Fazit: Die App der FAZ verändert nicht die App-Welt, aber die Liebe zum Detail hat es uns angetan. Die hochwertige Anmutung (goldene Schrift auf Lederoptik) weckt ein Versprechen, das gehalten wird.

Die FAZ-App (iTunes-Link) ist kostenlos, aber nur für die ersten 30 Tage, danach werden pro Monat 2,99 Euro fällig.