Event in New York: Greift Apple heute Amazon an?

Lange wurde gemunkelt, heute soll das Geheimnis gelüftet werden. Apple hat ausgewählte Medien zu einem Event eingeladen, dessen Logo auf das Thema Bildung schließen lässt. Vieles deutet darauf hin, dass Cupertino mit Nachdruck in den Ebook-Markt für Schüler und Studenten einsteigt. Und seinem künftig größten Konkurrenten noch auf weiteren Gebieten den Kampf ansagt: Amazon.

“Moment”, werden Sie jetzt vermutlich denken. “Samsung ist doch Apples größter Konkurrent!” Das stimmt auch im Bezug auf die Verkaufszahlen von Smartphones und Tablets. Einen Großteil seiner Einnahmen macht Apple aber mittlerweile als Distributor, als “Großhandel” für Musik, Filme und TV-Serien via iTunes und den Appstore.

Während Apple Technik und Distributionsplattform parallel entwickelt hat, legte Amazon als weltgrößter Versandhändler und Anbieter von Ebooks mit seinem Tablet “Kindle Fire” nach. Und hat anhaltenden Erfolg. Das Gerät, von Amazon in erster Linie als Gateway für Amazon-Inhalte gedacht, verkauft sich in den USA wie warme Semmeln.
Kindle Fire
Auch Apple bietet mittlerweile Ebooks an, allerdings ohne den durchschlagenden Erfolg, den man sonst aus Cupertino gewohnt ist. Denn Verkaufszahlen veröffentlicht der Konzern zu seinen Ebooks-Absätzen nicht. Ergo gibt es offenbar auch keine Erfolge zu feiern.

Mit Nachdruck in die Marktlücke

Bis jetzt. Denn das heutige Event soll sich laut übereinstimmender Meinungen der IT-Branche um Ebooks und Bildung im weitesten Sinne drehen. Für Schüler, Studenten und Akademiker. Das größte Angebot in Sachen Ebooks hat Amazon allerdings im Bereich Belletristik. In diesem Segment wird Amazon auch in den Folgejahren unangefochtene Nummer eins bleiben.

Währenddessen bietet Apple mit seinem iPad die besten Voraussetzungen, um Inhalte nicht nur als Text, sondern multimedial zu präsentieren. Schulbücher könnten auf diese Weise weitaus anschaulicher gestaltet werden. Und komplexe Inhalte eines Chemie-Seminars an der Universität ließen sich verständlich veranschaulichen. Damit würde Apple einem großen Wunsch seines Gründers Steve Jobs entsprechen. Der sah schon in frühen Jahren die Zukunft des Lernens im Spielerischen, im Interaktiven. Wie das folgende Video beweist.

Noch einen Schritt weiter gedacht und etwas drastisch ausgedrückt: Großverlage werden an Relevanz im Buchmarkt verlieren. Die Zukunft liegt im Selbstverlag. Amazon bietet ausgewählten Publizisten schon jetzt mit seinen “Kindle Singles” die Möglichkeit, Kurzgeschichten abseits von Verlagen im Deal mit Amazon zu verlegen. Auf eigene Faust. Nicht anders funktioniert Apples größter Erfolg im Distributionsbereich: der Appstore. Apple bietet den Marktplatz, auf dem jeder sein Produkt verkaufen kann.

Ein Appstore für Bücher?

Wir reden hier von einem Zukunftsmarkt, der vermutlich erst in wenigen Jahren an Relevanz gewinnen wird. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ist ein “Appstore für Bücher”, in dem Produzenten mit wenigen Mitteln und ohne große Verlage im Rücken erfolgreich ihr Werk vermarkt können, ein Milliardenmarkt.

Apple hat die nötige Masse an Endgeräten, auf denen User diese Werke konsumieren können. Und die nötige Chuzpe, ein neues Geschäftsfeld zu begründen. Mit iTunes hat Steve Jobs den Musikmarkt umgekrempelt. Warum dann dort aufhören?

Wie auch immer das New Yorker Apple-Event ausgeht: Wir halten Euch auf dem Laufenden.

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