Es toucht: Bildschirme erzeugen Fingerspitzengefühl

Forscher von Disney Research haben eine Methode entwickelt, die Nutzern ein besseres Tipp-Gefühl auf Touchscreens vermitteln soll. Danach simulieren kleine Stromstöße verschiedene Oberflächenstrukturen auf bestimmten Bereichen des Bildschirms.

Aktuell haben Touchscreens, wie sie bei Smartphones oder Tablets eingesetzt werden, noch einen Nachteil gegenüber herkömmlichen Tastaturen. Während beim Drücken der Tastatur-Tasten ein mechanisches Feedback die Eingabe begleitet, gibt es bei Touchscreens nur eine optische Rückmeldung über die Bildschirmausgabe. Forscher von Disney Research und der Carnegie Mellon University in Pittsburgh sowie der Université Paris-Sud haben jetzt unter dem Titel “TeslaTouch” ein Verfahren vorgestellt, dass flachen Touchscreens das Gefühl von Oberflächenstruktur verleiht.

Die Lösung für das Problem liefern so genannte Elektrovibrationen. Dabei setzen die Forscher elektrische Spannung ein, um das Gefühl einer Vibration oder einer Reibung auf dem Bildschirm zu erzeugen. Die gefühlten Texturen können je nach Änderung der Amplitude und Frequenz im Finger Gefühle von rau bis klebrig erzeugen. Der Vorteil: Die Technologie kann gezielt bestimmte Bereiche des Bildschirms ansteuern.

Damit sind Versuche, das komplette Display durch Elektromotoren vibrieren zu lassen, endgültig Geschichte. “Wenn das ganze Gerät brummt, ist das eher störend”, sagte Disney Research-Forscher Ivan Poupyrev im Gespräch mit Technology Review. Einen Touchscreen mechanisch zu bewegen, sei einfach schwer – von den Kosten ganz abgesehen. Das Ziel von TeslaTouch sei deshalb, taktiles Feedback ohne mechanische Bewegungen zu entwickeln. “Das mag verrückt klingen, aber es ist uns damit auch gelungen.”