Stadt San Francisco will keine Apple-Produkte mehr kaufen


San Francisco reagiert als erstes auf Apples umstrittene EPEAT-Entscheidung. Die Stadt will nun keine iMacs oder MacBooks mehr kaufen.

Vor etwa einer Woche hatte Apple der zuständigen US-Behörde mitgeteilt, seine Produkte nicht mehr nach den EPEAT Recycling-Kriterien zertifizieren zu lassen. Als erstes reagiert die Stadt San Francisco, die nun offenbar keine Aple-Produkte mehr kaufen möchte. Aber auch Apple selbst hat sich zu seiner umstrittenen Entscheidung geäußert.

Wie das Wall Street Journal in seinem CIO-Blog berichtet, will die Stadt San Francisco in Zukunft kein Geld mehr in neue Apple-Produkte investieren. Der Grund: Apple hatte beschlossen, seine MacBooks und iMacs in Zukunft nicht mehr nach den EPEAT-Kriterien auszurichten und auf die werbeträchtigen Umweltplaketten zu verzichten.

Nun hat die Stadt San Francisco seinen Agenturen mitgeteilt, dass die Apple-Desktop-Computer und -Laptops nicht mehr für den Kauf mit öffentlichen Mitteln geeignet seien. Mit dem Verzicht auf das EPEAT-Siegel verlässt Apple den Kreis von fast 30 Hardware-Herstellern wie Dell oder Samsung, die ihre Tablets, Smartphones, Bildschirme und Co. von der Behörde prüfen und zertifizieren lassen. Zudem riskiert Apple damit, dass in Zukunft weitere öffentliche US-Einrichtungen, -Städte oder -Gemeinden auf Apple-Produkte verzichten müssen. Sie sind vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, dass 95 Prozent der neu angeschafften Hardware den EPEAT-Standards entsprechen.

Apple selbst hingegen, ließ heute gegenüber der US-Website The Loop mitteilen, dass die eigenen Produkte die EPEAT-Standards bereits weit übersteigen würden und sogar die strengen Kriterien für das “Energy Star 5.2”-Rating des US-Umweltministeriums erfüllen. Apples Produkte seien führend in Disziplinen, die EPEAT gar nicht beinhalte, beispielsweise die Vermeidung giftiger Materialien bei der Produktion.

Apple hatte die EPEAT-Behörde darum gebeten, 39 seiner zertifizierten Produkte von der Zertifizierungsliste zu entfernen. Den Grund für Apples Ausstieg vermuten viele US-Blogs in der immer kompakteren Bauweise von MacBooks und iMacs, die sich mit den Ansprüchen der Vergabestelle zur Recyclingfähigkeit nicht mehr vereinbaren lassen. Laut “Wall Street Journal” hätte das neue Retina-MacBook etwa keine goldene Umweltplakette mehr erhalten können. Ein wichtiges Kriterium für die Plakette ist die einfache Demontage. Möglicherweise kann das neue MacBook Pro diesen Auflagen nicht mehr gerecht werden, weil etwa die Akus fest mit dem Gehäuse verklebt sind und das Display nur noch gemeinsam mit dem Deckel ausgetauscht werden kann. Gut möglich, dass Apple also das Design und die kompakte Bauweise wichtiger ist, als die Umweltzertifizierung.