Eine Stadt geht auf IT-Sparkurs mit Thin Clients

Kennen Sie Bergheim in Nordrhein-Westfalen? Die Kreisstadt des Rhein-Erft-Kreises unweit von Köln ist jung und innovativ. Und sie will – wie viele andere Städte auch – Energie und Kosten sparen. Anders aber als andere Städte scheint Bergheim das auch zu schaffen. Bereits seit 2008 kann Bergheim nämlich mit der Zentralisierung seiner IT-Infrastruktur Einsparungen von über 30 Prozent verzeichnen. Ein Ergebnis, auf das man in Deutschlands Westen zu Recht stolz sein kann.

“Gelebte Cloud” nennt IGEL Technology die reduzierten Dektopkosten, die mittels einer Fraunhofer Studie nach eigenen Angaben ermittelt wurden.

Die Stadt Bergheim (Nordrhein-Westfalen) hat mit IT-Zentralisierung und der Einführung von Thin Clients Einsparungen gegenüber einer dezentralen PC-Umgebung von 30,6 Prozent erzielt. Das geht aus einer Mitteilung von IGEL Technology hervor, dem Lieferanten der Thin Clients. Gespart wurden demnach durch die zentrale PC-Struktur mit Thin Clients bereits 2008 über 30 Prozent. “Die Wirtschaftlichkeitsanalyse von damals hat die Kommune nun aktualisiert und in Verbindung mit der heute üblichen Servervirtualisierung und den gegenwärtigen Personalkosten eine Kostenersparnis von 34,3 Prozent errechnet.”

Erreicht wird dies durch einen eigenen Serverbetrieb in einem eigens dafür geschaffenen Rechenzentrum. Die IT-Anwendungen selbst werden per Software-as-a-Service (SaaS) bezogen, realisiert in einer Private Cloud. Laut der neuerlichen Analyse betragen die Kosten für einen Thin Client-Arbeitsplatz mit zentralisierter Anwendungsbereitstellung und virtualisierten Servern nun 292 Euro – in einem dezentralen PC-Scenario mit Anwendungsverteilung wären es 444 Euro.

Demnach erreichte die Kommune bereits im Jahr 2008 mit Thin Clients gegenüber der früheren dezentralen PC-Infrastruktur mit zentraler Anwendungsverteilung eine Senkung der Desktopkosten um 30,6 Prozent. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse von damals habe die Kommune jetzt aktualisiert und in Verbindung mit der heute üblichen Servervirtualisierung und den gegenwärtigen Personalkosten eine Kostenersparnis von 34,3 Prozent errechnet. Ein Umstand, der einen veranlassen sollte, selbst über die Zentralisierung nachzudenken. Denn laut den Berechnungen ergeben sich die größten Einsparungen aus den geringeren Betriebskosten. Während sie sich beim PC binnen fünf Jahren auf 1112 Euro summieren, fallen beim Thin Client 235 Euro, im Sieben-Jahreszeitraum 329 Euro.

Die Stadt Bergenheim jedenfalls zeigt sich zufrieden: “Cloud Computing kann, mit Augenmaß angegangen, interessante Vorteile generieren, gerade auch für die öffentlichen Verwaltungen, deren Handeln zunehmend durch die schwierige Finanzsituation bestimmt wird”, meint denn auch Wolfgang Berger, Fachbereichsleiter Personal, Organisation und Ordnung in Bergheim zu den Einsparungen. “Vor dem Weg in die Cloud steht jedoch die Standardisierung von Anwendungen, dann bringt die Zentralisierung die besten Ergebnisse. Wenn dann noch alle Akteure an einem Strang ziehen, können solche Projekte den erhofften Erfolg bringen.” Und Theo Kratz, Abteilungsleiter IT der Stadt Bergheim, ergänzt: “In Cloud-Projekte, die eine umfassend virtuelle Anwendungsbereitstellung bedingen, fügen sich Thin Clients nahtlos ein und generieren einen zusätzlichen Benefit”.

Wie aber funktioniert das ganze rein technisch? Thin Clients und eine Cloud alleine sind ja nicht die Lösung. Das zentrale Desktop-Management in Bergheim wird über die im Lieferumfang der Kleinstrechner enthaltene Managementsoftware IGEL Universal Management Suite (UMS) genutzt. Die darin definierbaren Einstellungsprofile werden anhand der IP- oder MAC-Adressen einzelnen Arbeitsplätzen oder Arbeitsplatzgruppen, beispielsweise Abteilungen oder Standorten, zugeordnet. „Das profilbasierte Management und die zentralen Updates sind überzeugend“, findet Thomas Golc, Service Administrator bei der Stadt Bergheim. „In Kombination mit dem wartungsarmen Gerätedesign ohne bewegliche Bauteile reduziert sich die frühere Vor-Ort-Betreuung spürbar. Auch werden Arbeitsplatzumzüge zwischen einzelnen Sachgebieten deutlich einfacher, weil der Desktop und die persönlichen Einstellungen an den Benutzer geknüpft sind, und nicht mehr an das Endgerät.“

Wenn man das so hört, sollte man im eigenen Unternehmen selbst einmal Berechnungen durchführen, ob Thin Clients nicht eine mögliche Variante zur Vielfalt der inzwischen vielerorts eingesetzten Rechner darstellen könnten.