Die wichtigsten Verfahren zur WAN-Optimierung

Unternehmen, die über Wide Area Networks (WAN) ihre geschäftliche Kommunikation abwickeln, haben oft mit schlechten Datenverbindungen zu kämpfen. Das Geld für Optimierungsmaßnahmen wird allerdings meist in zusätzliche Leitungsbandbreiten gesteckt. Dabei könnte durch den Einsatz diverser Techniken die WAN-Leistung effizienter gestaltet werden.

Optimierungsmaßnahmen kommen aber meist erst dann zustande, wenn Anwendungen nicht mehr funktionieren oder Verbindungen gekappt sind. Das Problem: Oft wissen die Unternehmen gar nicht, welcher Verkehr die Datennetze verstopft. Das zeigt auch die Ovum-Studie “The adaption of WAN Optimization”: Die Performance der Business-Anwendungen überwachten gerade einmal 40% der 150 befragten Großunternehmen. Um das zu ändern, müssten zum einen die User nach ihren Bedürfnissen befragt und zum anderen der Datenverkehr analysiert werden. In komplexen Netzstrukturen kann auch eine Multipoint-Analyse sinnvoll sein. Nur so können Optimierungsziele definiert und angegangen, sowie Engpässe erkannt und vermieden werden. Wenn dann auch noch das passende Monitoring durchgehend praktiziert wird, sollte der Optimierung nichts mehr im Wege stehen. Zu den wichtigen Techniken der WAN-Optimierung zählen:

Komprimierung

Nicht alles lässt sich verbessern oder komprimieren. Insbesondere das User Datagram Protocol (UDP), das für VoIP oder IP-TV genutzt wird, widersetzt sich dem. TCP und CIFS hingegen können durch entsprechende Maßnahmen effizienter kommunizieren.

Caching/Proxy

Caching kann helfen, den Datenverkehr flüssiger zu gestalten. Statische Daten können beispielsweise im Cache vorgehalten werden. Dazu zählen Eingabemasken ebenso wie Intranet-Apps. Auch SaaS-Anwendungen können gechachet werden, indem bei Abfrage nur der Token (Platzhalter) übertragen wird. Der Vorteil am Caching ist, dass es protokollunabhängig und bidirektional funktioniert. Auch WAFS-Produkte (Wide Area File System) beschleunigen den Datenaustausch zwischen Rechenzentren und Zweigstellen, indem sie Daten in einem Cache vorhalten.

Protokoll-Optimierung

“Plaudertaschen” unter den Protokollen wie CIFS kann durch eine Optimierung der balastreiche Overhead genommen werden. Dabei werden mehrere Pakete parallel statt seriell übertragen, was die Antwortzeiten erheblich verkürzt und den Datenverkehr flüssiger gestaltet.

Traffic Shaping und Bandbreiten-Management

In den Applikationen selbst können Optimierungen durch Traffic Shaping und Bandbreiten-Management vorgenommen werden. Ersteres blockiert Verbindungen zu unerwünschten Anwendungen. Letzteres stellt Regeln auf, wann welche Applikation wie viel Übertragungsressourcen verbrauchen darf und welche Priorität die App hat. Ähnlich wie beim Multi Protocol Label Switching (MPLS) wird so die vorhandene Bandbreite auf mehrere Leistungsklassen – in diesem Fall Anwendungen – aufgeteilt.

Multimedia-Optimierung

Videokurse und -konferenzen verschlingen Ressourcen. Hier hilft Splitstreaming, bei dem nur der Stream verschickt wird, während die Verteilung in der Zweigstelle direkt erfolgt. So wird der Datenverkehr gebündelt. Ein Multimedia-Cache entlastet den Verkehr zusätzlich durch die einmalige Übertragung von Videos.

Fazit

Natürlich lassen sich stockende Datenverbindungen in WANs auch durch die Bandweitenverbreiterung lösen. Allerdings ist dies teuer und führt auch nicht zum Ziel, denn die Maximalgeschwindigkeit der Datenübertragung ist durch verbindungsorientierte Protokolle wie TCP beschränkt. Nach jeder Übertragung wird zudem kurz auf die Bestätigung (Acknowledge = ACK) gewartet. Das erzeugt Leerzeiten, die auch bei Notes oder Oracles TNS (Transparent Network Substrate) entstehen. Die Folge sind Performance-Probleme, die sich nur durch oben genannte Optimierungsmaßnahmen beheben lassen.