Die neue Facebook-App im Check: schnell, aber unvollständig

Mark Zuckerberg hat sein Versprechen gehalten: Am Donnerstag rollte Facebook weltweit seine neue, verbesserte App für iOS aus. Aber ist sie wirklich besser? Wir haben den Test gemacht. Und sind noch nicht vollends überzeugt.

Nochmal auf Start: Die neue App ist kein Update im eigentlichen Sinne. Die Anwendung lässt sich zwar über den Appstore aktualisieren, allerdings findet sich nach der Installation ein völlig neues Stück Software auf dem Gerät wieder. Die wichtigste Neuerung: Die neue Facebook-App basiert nicht mehr auf HMTL5, damit fallen viele Probleme auf einmal weg.

Denn ursprünglich hatte Facebook eine Multiplattformstrategie für seine Apps im Sinn. Praktisch lud auf Android- und iOS-Geräten gleichermaßen eine Web-App. Was Facebook an Arbeit bei der Anpassung an unterschiedliche Geräte ersparen sollte, ließ den Frust bei den Nutzern wachsen: Lange Ladezeiten, Abbrüche und der Verzicht auf viele Features aus der Desktop-Version ließen mobile Facebook-Nutzer zurück.

Und das, obwohl über die Hälfte der über 900 Millionen Facebook-Nutzer via Smartphones und Tablets auf das Social Network zugreift. Dieser Entwicklung haben Gründer Mark Zuckerberg und sein Team nun Rechnung getragen. Die App für iPhone und iPad ist nun nativ auf Objective-C aufgebaut – eine Progammiersprache, mit der auch Apple seine eigene Anwendungen baut. Dadurch verstehen sich Apple-Geräte und Facebook  jetzt besser.

Das hat zur Folge, dass die Anwendung weitaus “runder” läuft. Die Ladezeiten sind kürzer, das Scrollen durch den Newsfeed funktioniert ohne lästiges Nachladen, Detailansichten von Einträgen sowie das Kommentieren passiert reibungsloser. Außerdem hat Facebook die Bildbetrachtung überarbeitet. Zwar öffnet sich die Großansicht weiterhin per Klick auf das Motiv. Um wieder in den Newsfeed zu wechseln, bedarf es allerdings nur noch eines Wisches nach unten, um das Bild wieder an seine ursprünglich Stelle rutschen zu lassen.

Ebenfalls gut gelöst: Man kann endlich auch gelikte Einträge wieder entliken. Dazu musste man sich vorher am Desktop einloggen. Außerdem wird unter Einträgen mit vielen Kommentaren ein kleiner Banner angezeigt, der sich ohne Nachladen aufklappen lässt. Schlecht gelöst: Einmal erstellte Beiträge lassen sich auf iPhone oder iPad nicht intuitiv löschen. Einen “Lösch”-Button sucht man vergeblich. Das Feature versteckt sich hinter einem Wisch nach links über einen Eintrag bzw. Kommentar. Erst dann taucht ein “Löschen”-Button auf.

Fazit: Facebook hat eine schnellere App abgeliefert, das war die Pflicht. Aber für die Kür gibt es dieses Mal keine Glanznoten. Denn der Anwendung fehlen immer noch wichtige Features der Desktopversion. Die neue Facebook-App ist schnell und stabil, die Kinderkrankheiten sind geblieben.