Der Wechsel von iOS auf Android: Der Abschied von iTunes war leicht

iOS oder Android? Als 2008 das Smartphone Dream (T-Mobile G1) von HTC den US-Markt eroberte, entschied ich mich für das iPhone von Apple und somit für iOS. Nach drei Jahren war nicht nur ein Tapetenwechsel nötig. Ich wollte endlich wieder frei sein. Warum sich ein Wechsel zu Android auch für Sie lohnt? Das “freie” OS ist perfekt mit allen Google-Diensten verknüpft, kennt kaum Barrieren zu anderen Anbietern, bietet eine schier unendliche Anzahl an Geräten und das Killerargument: Das katastrophale Musik-Programm iTunes wird nicht mehr benötigt und kann vom Rechner verschwinden.

Damals hatte Apple-Chef Steve Jobs den Schritt Googles noch belächelt, ja fast schon verspottet. Niemand konnte ja auch damit rechnen, dass der Kauf des Unternehmens “Android” 2005 so ein Erfolg wird. Sechs Jahre später gehört Android zu den erfolgreichsten Betriebssystemen weltweit. 2012 soll Android sogar 50 Prozent Marktanteil besitzen. Natürlich ist Apples iPhone ein Gerät mit beeindruckender Leistung. Die Verarbeitung, die Handhabung – ohne iTunes wäre es ein “fast” perfektes Smartphone.

iTunes nervt

Doch auch wenn Google langsam aber sicher mehr Kontrolle für das System beansprucht, bleibt das OS gegenüber dem iOS freier. Angefangen bei den Herstellern, die Hardware und natürlich bis hin zu den Applikationen. Als ich das erste Mal das iPhone an meinen MacBook anschloss, startete iTunes automatisch. Viele stören sich nicht dran. Ich schon. Wenn ein über 100 Megabyte großes Programm startet, ohne mich zuvor zu fragen und zudem ein Gigabyte RAM benötigt, beschreibt das nicht wirklich die von mir gewünschte Usability. Aber auch der Zwang, diese Software nutzen zu müssen, um Daten zu sichern, um auf Daten zuzugreifen, ja, um überhaupt das Gerät zu aktivieren, ließ mich bereits nach wenigen Wochen über einen Wechsel nachdenken. Doch damals waren die Geräte und das Android 1.5 noch nicht aufeinander abgestimmt. Das System lief zäh und nicht wirklich ruckelfrei.

Kontaktliste sofort integriert

Heutzutage schaut Android in eine rosige Zukunft und mein Wechsel war die wichtigste Entscheidung in Sachen Mobilität. Denn gerade dienstlich ist die Anbindung an Googles Apps for Business einfach klasse. Wer kein Google-Konto hat, muss sich zwar für die Aktivierung eines einrichten. Doch dieses ist keine 100 Megabyte groß, und ich muss das Konto auch nicht dauerhaft nutzen. Wer möchte, richtet sich nach der Aktivierung ein anderes Konto ein, oder nutzt gleich sein altes E-Mail-Konto weiter. Das Besondere: Gefällt ihm auch das E-Mail-Programm nicht, kann der Nutzer dieses vom Bildschirm entfernen und durch ein anderes austauschen – dabei aber dennoch auf seine Kontaktliste zugreifen. Manuelle Eingaben, wie sie beim iPhone zum Teil noch immer nötig sind, entfallen.

Keine beständige Innovation bei Apple

Diese Barriere beim iPhone hat Apple bis heute noch nicht überwunden. Dabei ist das gerade für Geschäftskunden der wichtigste Punkt überhaupt. Was ebenfalls nicht nachvollziehbar ist. Das iPhone hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich weiterentwickelt. Neues Display, bessere Kamera und einen schnelleren Prozessor sowie magere 512 Megabyte RAM gab es in den vergangenen drei Jahren. Die Hardware-Hersteller aus der Android-Ecke entwickeln fast rund um die Uhr eine technische Neuerung. Sei es der Prozessor, die Kamera oder die RAM-Speicher-Kapazität. Wer sich für Android entscheidet, entscheidet sich meines Erachtens für Innovation.

Gibt es denn auch Negatives zu berichten? Nein. Die gute Verknüpfung zu andern Diensten ist das eine, die Individualität das andere. Android bietet einen Startbildschirm, den ein iPhone mir nicht bieten kann. So kann man Shortcuts nicht nur nach Belieben hinzufügen, vielmehr soll der Nutzer sogar seinen eigenen Desktop kreieren. So bekommt das Gerät bereits nach wenigen Minuten den gewünschten eigenen Touch. Ich bin seit einigen Monaten glücklich mit dem HTC Desire HD unterwegs, arbeite seitdem sogar gerne mit den nahtlos integrierten Google-Diensten Google Mail, Talk, Maps, Goggles, Kalender, Suche und natürlich Youtube. Natürlich bietet auch das iPhone einige dieser Dienste an – doch sind diese bei weitem nicht so gut implementiert, wie bei Android. Aber das Schönste am Wechsel: iTunes konnte endlich vom MacBook gelöscht und in die Analen des Softwareschrotts verdammt werden.