Der Spiegel auf dem iPad: solide, fehlerfrei und gewinnbringend

Spiegel auf dem iPadDie Spiegel-App kam erst im Mai in den App Store, wirft aber bereits jetzt Gewinne ab. Ein Beleg dafür, dass – so die Inhalte stimmen – die App nur eines sein muss: solide und fehlerfrei.

Die iPad-Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel verkauft sich nach Angaben der Geschäftsführerin von Spiegel Online, Katharina Borchert, pro Woche 15.000 Mal. Damit sei die digitale Ausgabe des Hefts bereits im ersten Jahr rentabel, sagte Borchert auf den Medientagen in München.

Der Verkaufspreis einer Ausgabe liegt zwischen 2,64 Euro (11-Wochen-Abo für 29 Euro) und 3,99 Euro für eine Einzelausgabe (20 Cent mehr als die Printausgabe!). Abonnenten des gedruckten Spiegels können die Digital-Ausgabe für 13 Euro pro Halbjahr (0,50 Euro pro Ausgabe) hinzubuchen.

Spiegel - Preise

Bei 15.000 verkauften digitalen Ausgaben verdient der Spiegel-Verlag damit wöchentlich wischen 7.500 und knapp 60.000 Euro.

Solide App

Die Spiegel-App ist solide gemacht, ohne wirklich zu glänzen. Wie mittlerweile bei vielen Magazin-Apps üblich, gibt es die Möglichkeit, am unteren Rand die Vorschau der Themen anzeigen zu lassen, während sich am oberen Rand verschiedenen Funktionen wie Schriftgrößenveränderung oder Aufruf des Inhaltsverzeichnis befinden.

Spiegel Themenleiste

Besonders bei der Spiegel-App: Eine Scroll-Funktion nach unten gibt es nicht. Weitere Inhalte werden ausschließlich durch Wischbewegungen von rechts nach links auf den Bildschirm geholt.

Spiegel - Inhalt von rechts

Das ist einfach zu verstehen, hat aber einen Nachteil: Der Aufbau der Themen ist monoton. Regelmäßig wird links das Thema mit Bild und Titel angerissen. Abwechslung Fehlanzeige.

Zusatzfeatures der App im Vergleich zur Printausgabe:

  • Am Artikel-Ende befindet sich bisweilen ein Mehr-zum-Thema-Button, der auf Hintergründe auf der Spiegel-Online-Seite linkt.
  • Zu jeder Ausgabe gibt es eine TV-Dokumentation.

Fazit: Die iPad-Ausgabe des Spiegels kann nicht viel mehr als die Printversion. Die digitale Einzelausgabe ist teurer als das Heft. Das Geschäftsmodell scheint dennoch zu funktionieren: solide App-Umsetzung + guter Inhalt = wirtschaftlicher Erfolg.