Der iPad-Bulli: Apple beeinflusst die Automobilindustrie

Seit 2001 versucht Volkswagen, einen alten Kult wieder zum Leben zu erwecken. Bisher allerdings scheiterte das Projekt „Bulli“ an der eigenen Reife des Fahrzeugs. Auf dem diesjährigen Genfer Auto-Salon interpretierte das Unternehmen endlich die kompakte Urform so, wie es sich nostalgische Fans des Microbusses wünschen. Das in Genf vorgestellte Bulli-Konzept weckt neue Hoffnung – nicht zuletzt wegen eines kleinen Details: ein iPad.

Ben Pon würde sich nicht im Grabe umdrehen. Da ist man sich bereits jetzt schon sicher. Freuen würde er sich. Denn immerhin war er es, der aus dem sogenannten Plattenwagen den “Transporter 1” kreierte. Das urige Vehikel diente 1947 als Transportmittel für schwere Lasten. Es hatte vier Räder, auf denen eine schwere Platte lag. Am Ende der Platte saß das Fahrerhäuschen samt dem Motor. Der Autohändler und Volkswagen-Importeur aus den Niederlanden war vom Plattenwagen so begeistert, dass er eine Einfuhr in die Niederlande plante. Dort musste er sich allerdings vom Plattenwagen verabschieden, da die niederländischen Behörden nicht mitspielten. Eine Handskizze war es schließlich, die den zuständigen Beamten überzeugte. Sie zeigte schon damals die Merkmale des späteren T1: Heckmotor, Frontlenker und die Ladefläche.

Die Handskizze von Ben Pon brachte den Bulli ins Rollen.

Aber erst drei Jahre später sollte der erste Transporter vom Band laufen. Die ersten Exemplare des sogenannten Typs 29 brachten den Fahrer aber eher um Kopf und Kragen als ans Ziel. Die Chassis vom Käfer eigneten sich nämlich überhaupt nicht für den neuen, viel längeren Transporter. Eine selbsttragende Hülle brachte im Frühling 1950 den Erfolg und den ersten Bulli auf deutsche Straßen.

Und nun? 61 Jahre später wurde das Konzept nicht nur überarbeitet. Der neue Bulli wurde präzisiert, ja fast schon neu erfunden. Notwendige und nachhaltige Technologien machen ihn nun zum Auto der Zukunft und lassen den Bus kompakter erscheinen. Angetrieben von einem Elektromotor, ausgestattet mit sechs Sitzplätzen sowie dem eigentlichen Highlight: einer Info- und Entertainment-Steuerung via iPad von Apple.

iPad-Bulli: Der Clou ist das iPad in der Mittelkonsole

Fahrer fährt, iPad steuert

Und hier geht Volkswagen tatsächlich einen ganz neuen Weg – wie damals bereits mit dem ersten T1. Damals waren es die kompakte Größe und der wirklich volksfreundliche Preis von umgerechnet circa 5.900 Euro, die den Transporter interessant machten. Der eigentliche Clou des neuen Bulli, sieht der Fachmann mal vom Elektromotor ab, liegt aber in der Mittelkonsole. Dort dient ein herausnehmbares iPad als multifunktionaler Touchscreen. Parallel zu den internetbasierten iPad-Applikationen und der individuellen Mediathek lassen sich hiermit Funktionen wie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung und das Navigationssystem steuern. Direkt in die iPad-Halterung integriert sind die Bedienelemente der Klimaanlage sowie der zentral angeordnete Warnblinkschalter.

Was besonders gefällt, sind die Multifunktionstasten im und am Lenkrad. Damit lassen sich ebenfalls Navigationssystem, Telefon, Bordrechner und Mediathek steuern – die komplette Einheit aus Tacho und Multifunktionsdisplay kommuniziert zudem mit dem iPad. Der Bulli ist geradezu dafür prädestiniert, Apple- und Autofans in die Zukunft zu katapultieren.

Doch was sich so schick und stylish liest, ist eigentlich nur ein Fortschritt kombinierter Technik. Denn Autos und die Technik aus dem Hause Apple mochten sich schon, seit es das benötigte Verbindungskabel dazu im Angebot gibt.

Apple und das Auto

Wie der Volkswagen Bulli hat auch Apple-Technik eine erfolgreiche Automobilgeschichte hinter sich. Ja, sie ist vielleicht nicht so historisch angehaucht – doch Tradition hat sie auch. So setzen unter anderem Audi, BMW, Ferrari, Mercedes und MINI schon lange auf Apple, nur in etwas kleineren Maßstäben. Die Integration des iPod gehört heutzutage zur Standardausrüstung. Die meisten Fahrzeuge der neuen Generation besitzen sogar ein Audiosystem, das speziell für diesen Musikplayer konzipiert worden ist. Die Systemoberflächen in den Autos sind der iPod-Oberfläche so nachempfunden, dass sich der Song oder das Hörbuch sofort finden lassen. Sogar das Blättern durch die Menüstruktur des iPod unterstützen die Audiosysteme mittlerweile.

Der neue Bulli zeigt, wie Apple-Technik Autos stylish sowie technisch aufwertet. Konzeptfahrzeuge der neuen Generation sind geräumig wie 1950, arbeiten mit sauberen Motoren und geben uns das Lebensgefühl, das wir aus Cupertino schon lange lieben gelernt haben. Aber wie sieht das Auto der von uns so herbeigesehnten Apple-Zukunft tatsächlich aus? Fahren wir vielleicht auf einem überdimensionalen iPad mit Rädern zur nächsten Steckdose an die Tankstelle? Nein, alles Quatsch. Am ehesten beschreiben die Designer und Apple-Liebhaber der ersten Stunde Liviu Tudoran und Nathan Williams die automobile Zukunft Apples.

iMove und iSync

Der Rumänische Autodesigner Liviu Tudoran beispielsweise konzipierte das iMove. Ein futuristisches Auto, das für eine Stadt im Jahre 2020 steht. Es bietet Platz für drei Personen und spiegelt das kantenlose Design wider, wie es sich Apple-Kunden wünschen. Doch neben variablem Aussehen und Innenraum steckt im iMove auch eine Menge Unterhaltungstechnik. So wird das Cockpit von einem riesigen Touchscreen-Display gefüllt, über welches dann die beliebten Gadgets zur Verfügung stehen. Auch wenn ein Apple-Logo die Seite ziert. Auch ohne würde man die Intention des Designers verstehen. Das liegt vor allem an dem Dach mit dem markanten Apple-Mausdesign. Da die komplette Außenhülle aus einer Art fototropischen Material besteht, kann der Besitzer das Aussehen individuell gestalten.

Individualist: Das iMove wird auf „den“ Kunden zugeschnitten

Ein weitaus realistischerer Traum ist das etwas kleinere Modell iSync, das vom Designer Nathan Williams entwickelt worden ist. Im Gegensatz zum iMove wurden tatsächlich erste Testfahrten bestätigt. Und ähnlich wie der Bulli setzt das iSync-Gefährt auch auf emissionsfreie Mobilität. Das Design ist dagegen dem iMove sehr ähnlich. Zudem wird ein Einsatz des iSync tatsächlich forciert.

Das Dreirad bietet neben Platz für zwei Personen auch genug Freiraum für aktuelle Technik. Alle Apple-Gadgets wie iPad, iPhone, iPod touch und das MacBook können im iSync angeschlossen werden – der Entwickler Williams garantiert, dass während der Fahrt sogar Musik im App Store heruntergeladen werden kann.

iSync: Das Apple-Dreirad für die Zukunft?

iSync besticht durch zwei Besonderheiten: Das Apple-Logo auf der Rückseite steht dabei nicht nur für das Unternehmen, es zeigt auch die vorhandene Energie an. Grün steht für einen komplett geladenen Akku. Wird mit der Zeit der Apfel immer röter, wird es Zeit für eine Steckdose. Und wenn es ums Parken geht, kann das iSync-Gefährt richtig auftrumpfen. Die Räder können im Radius von 360 Grad gedreht werden. Paralleles Einparken ist also ein Leichtes.

Ob irgendwann mal das iMove oder das iSync auf dem Genfer Salon vorgestellt wird, wird die Zukunft zeigen. Ob der Bulli samt iPad ein Erfolg wird, ist ebenfalls so unklar wie sein Preis. Allerdings soll der Bulli bereits 2014 in Serie gehen. Ob dann bereits Apple-Autos auf den Straßen unterwegs sind, weiß niemand. Was wir allerdings schon jetzt wissen: Apple wird auch in Zukunft viele Innovationen schaffen und vielleicht über sie ein wichtiges Detail ins Planspiel Zukunft, Apple und Automobil bringen – nämlich endlich wieder Kreativität.

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