Das sind die 11 Arbeitstypen der Zukunft

Sechs von zehn Angestellten sehen sich selbst als „Knowledge Workers“, aber in Zukunft muss es mehr Arbeitstypen geben, um die uns gestellten Aufgaben zu bewältigen. Wir brauchen Job Hopper und neue Spezialisten. Eine deutsche Studie zeigt elf Arbeitstypen und wie sich diese auf die Zukunft auswirken.

„In welchem Arbeitstyp der Zukunft finden Sie sich wieder?“ fragte das Galileo Institut für Human Excellence in einer Online-Umfrage. Die Klassifizierung wurde der „Work:design“-Studie von Harry Gatterer und Thomas Huber (Zukunftsinstitut Kelkheim) entnommen. Die These hinter der Studie ist so einfach wie real: Der Begriff der Work-Life-Balance wird verschwinden, denn Arbeit und Leben können nicht mehr voneinander getrennt werden. Wir identifizieren uns nicht mehr nur mit unserem Job, wir sind der Job.

1. Knowledge Worker

Kein Wunder also, dass sich 60,6% der Teilnehmer als Knowledge Worker sehen. Sie tragen, verbreiten und vermehren Wissen. Ihre Motivation ist die Herausforderung, nicht das Geld. Entsprechend benötigen Sie Führung und zugleich Freiheiten.

2. Corporate High Flyers

Sie suchen die Karriere und sind machtorientiert. 10,6% der Umfrageteilnehmer zählen sich zu diesem Typus. Die Kehrseite: Sie geraten schnell in Identitätskrisen oder Burnouts, weil Unternehmen weniger Leithengste benötigen und stattdessen volatile Managementbereiche einsetzen.

3. Intermediäre

Dieser Typ, zu dem sich ein Drittel der Befragten zählt, ist die gute Seele des Unternehmens, der kommunikativ, kompetent und gut organisiert ist. Sie sind aber auch die Seismografen der Firma, denn wenn sie mal „Dienst nach Vorschrift“ machen, dann stimmt etwas in der Führung nicht.

4. Kreative Downshifter

Sie haben einen Burnout oder Boreout hinter sich und leben lieber ihr Privatleben. In der Arbeit erledigen sie alles verlässlich, engagieren sich aber lieber außerhalb. In der Umfrage gehörten 25,8% zu diesen Teilzeit-Selbstverwirklichern, deren Potential in Zukunft besser ausgeschöpft werden sollte.

5. Loyale Störer

Sie sind die Kreativen, ambitioniert und sozial. Sie wollen die internen Abläufe verbessern und scheitern dabei oft am Prinzip „Never touch a running system“. Die Resignation ist dabei vorprogrammiert, außer sie machen sich selbstständig als Berater. Keiner der Teilnehmer hat sich als Störer bezeichnet und doch gibt es sie.

6. Job Hopper

Wer einfach zu viele Talente hat – und das sind 10,6% der Befragten –, neigt dazu, immer mal etwas Neues auszuprobieren. Sie könnten in Zukunft über Social Leadership eher vom Absprung abgehalten werden, so dass sie mehr Leidenschaft für den Job entwickeln, glaubt Gudrun Happich, Leiterin des Galileo Instituts.

7. Working Middle

Der Durchschnitt, das wollen 20 bis 30% aller Mitarbeiter sein. In der Umfrage gaben das aber nur 10,6% zu. Sie sind die fleißigen Bienen, die es auch in Zukunft geben muss, damit alles erledigt wird.

8. Passivisten

Sie gibt es nicht – glaubt man der Galileo-Studie. Sie dulden und führen Befehle aus, verteidigen den Status Quo und zählen wohl in Zukunft zur aussterbenden Art.

9. Neue Spezialisten

Ersetzt werden sie durch die neuen Spezialisten, die vor allem im technischen und Forschungssektor zunehmend benötigt werden. Zu diesen hoch spezialisierten Experten zählen sich bereits 9,1%. Sie zeigen lange Zeit hohes Engagement und erhalten dafür ebenso großen Freizeitausgleich.

10. Prekaristen

Zeitarbeitnehmer, Minijobber und mittleres Management wird von diesem Arbeitstypus besiedelt, der mit der Votalität in der Arbeitsgesellschaft kaum Schritt halten kann. Schon jetzt sehen sich 3% der Befragten in dieser Rolle und die steigenden Anforderungen werden diesen Prozentsatz ansteigen lassen.

11. Digital Bohème

Offene Netzwerke sind ihre Welt, dazu zählen für die sich darin wiederfindenden 16,7% Selbstbestimmung und Projektarbeit. Sie arbeiten in Bürogemeinschaften und verwirklichen dort ihre Kreativität.

Fazit

Sieht man sich diese 11 Arbeitstypen an, kann daraus die Zukunft unserer Arbeit abgeleitet werden. Mitarbeiterbindung und -rekrutierung hängt direkt von der Mitarbeitermotivation ab. Es gilt deshalb, Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen sich diese Arbeitstypen wiederfinden und wohl fühlen. Sind diese bei Ihnen schon vorhanden?