Das iPhone 5 als Brieftasche: Apple könnte NFC-Chip verbauen

Ein größeres Display, ein verändertes Gehäusedesign – über viele Details zum iPhone 5 scheint man sich einig. Jetzt allerdings berichtet 9to5mac, dass Apple durchaus in der Lage wäre, einen NFC-Chip zu verbauen. Zusammen mit der App Passbook stünden Nutzern damit alle Möglichkeiten offen, das Portemonnaie zu Hause zu lassen.

Offenbar würde der Chipsatz, mit dem an entsprechenden Geräten bargeldloses Bezahlen möglich wäre, direkt an die Power Management Unit angedockt. Zwar hatten Blogs schon eine solche Technologie beim iPhone 4S vermutet. Doch schlussendlich waren es Samsung und Google, die mit dem Galaxy Nexus NFC im Smartphone-Segment einführten.

Bei NFC wird das Gerät, ähnlich einer Kreditkarte, in direkter Nähe zu einem Kassensystem positioniert. Der integrierte Chip erkennt sein Gegenüber und tauscht Daten zur Bezahlung aus. Der Vorteil: Man muss keine Kreditkarten mehr mit sich herumtragen, die unter Umständen verloren gehen könnten. Außerdem wird die Übertragung verschlüsselt, während sich Kreditkarten spielen leicht kopieren lassen.

Hinweise in Prototypen-Firmware

Wie 9to5mac in Erfahrung gebracht haben will, sollen sich im Code von iPhone-Prototypen, die der Redaktion zugespielt wurden, Informationen über verbaute NFC-Technologie verstecken. Im Zusammenhang mit dem angekündigten Launch von Passbook würden alle Zeichen auf “Mobile Payment” für das iPhone 5 stehen. In der neuen App kann man QR- oder Barcodes für Bordkarten oder Rabattcodes sammeln. Dank GPS-Unterstützung infomiert die App dann etwa automatisch über Rabatte bei einem Laden, an dem der Nutzer gerade vorbeiläuft.

Dennoch hat NFC bislang nicht den Massenmarkt erreicht. Von den großen Playern testete bislang McDonalds NFC-Payment. Würde Apple auf den Technologie-Zug aufspringen, wären schlagartig Millionen taugliche Geräte auf dem Markt, die wiederum viele Unternehmen motivieren könnten, entsprechende Bezahlsystem zu installieren.

“Ich kenne keinen Hersteller, der seine Geräte nicht kompatibel macht”

Im Februar sprach Fast Company mit Ed McLaughlin von Mastercard über die Notwendigkeit von Apple als Treiber mobilen Bezahlens. Notwendigkeit? Ja, denn das iPhone ist immer noch das meistverkaufte Smartphone weltweit, das iPad das meistverkaufte Tablet.

Auf die Frage, ob es Apple bräuchte, antwortete McLaughlin etwas holprig: “Ja…ähm…wie gesagt…Ich kenne keinen Hersteller, der seine Geräte nicht kompatibel macht. (…) Wenn wir Gespräche mit unseren Partner haben und sie uns bitten, sie nicht auzuschließen, dann machen wir das natürlich.” Subtext: “Ich würde gerne bestätigen, dass Apple mit uns an Möglichkeiten für NFC zusammenarbeitet, darf es aber nicht.” Wir sind gespannt.