Daddeln wir bald alle mit dem iPad?

MonopolyKonsolen sind out, iPad ist in: So lässt sich der Trend zusammenfassen, der von den großen Spieleschmieden ausgeht. EA und Epic Games setzen voll auf iOS. Aber können Tablet und Smartphone tatsächlich bald die gute alte Spielekonsole ersetzen?

Mike Capps, Präsident des Games-Publichers Epic Games, hat der Webseite Industry Gamers jüngst ein Interview gegeben, indem er den iOS-Geräten wahre Zockerqualitäten attestiert. Capps glaubt, dass die iPhones der überüberübernächsten Generation durchaus schneller sein könnten als eine Xbox 360. Das Zukunfts-Smartphone könne man dann mit einem Video-Kabel mit dem Fernseher verbinden.

Das ist bei weitem keine Zukunftsmusik mehr: Schon jetzt lassen sich auf dem iPad auf diese Weise einige Spiele zocken. Mit diesem kleinen Zusatzadapter lässt sich das Bild des Tablets auf externen Bildschirmen anzeigen. In “Real Racing 2 HD” nutzt der Spieler das Tablet als Lenkrad und Kontrollmonitor für den Streckenverlauf, das Renngeschehen spielt sich aber auf dem großen Fernseher ab.

EA: iPad wichtigste Plattform

John Riccitiello, CEO von EA Games, erklärte in einem Interview, dass die iPad-Sparte dem Konzern das größte Umsatzwachstum beschere. Damit zahlt sich für den Developer die Strategie aus, Spiele immer für mehrere Plattformen zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile führt EA ganze 33 Spiele für das iPad im Portfolio. Tendenz stark steigend.

Trotzdem schauen derzeit alle gebannt auf Apples “Black Box”: Apple TV. Dank AirPlay Mirroring wird das iPad 2 mit iOS 5 über Apple TV Inhalte vom Tablet eins zu eins auf einem Fernseher wiedergeben können. Ob das allerdings ausreicht, um Playstation und Xbox den Rang abzulaufen?

Gaming auf dem iPad fehlt es noch an Tiefe

Sword & SworceryIch denke nicht. Zumindest nicht solange, bis Apple nicht eine andere Gamingkultur auf seinen Geräten etabliert. Bislang leiden iOS-Games unter dem Casual-Wahn. Der sagenhafte Erfolg der “Angry Birds” ist schuld. Für 79 Cent bekommt der User wochenlangen Spielspaß. Allerdings darf jede Episode nicht länger als drei Minuten sein. In einer Kaffeepause muss der Spieler sein Ziel erreicht haben, sonst taugt das Game nicht für den mobilen Einsatz, so die Devise.

Bislang schafften es nur Indenpendent-Titel, wie beispielsweise “Swords & Sworcery”, abendfüllendes Gaming auf iPad und iPhone zu bringen. Komplexe Spiele, wie das hochgelobte “L.A. Noire”, sucht man in App Store vergeblich. Solange die wichtigen Publisher nicht erkennen, dass Gamer mehr wollen als nur die Möglichkeit, den Bildschirminhalt auf den Fernseher zu beamen, bleiben Spiele auf dem iPad das, was sie derzeit sind: ein Nischenmarkt mit gutem Wachstum.

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