Apple und der Mars: Was "Curiosity" und das iPhone gemein haben

Mars-Fahrzeug Curiosity Rover auf dem Mars

iNtergalaktisch: Die NASA-Mitarbeiter schwören auf MacBooks, der Mars-Rover Curiosity setzt auf alte Mac-Technik und ein ehemaliger Apple-Chef sah die Kommunisten als Erste den Roten Planeten betreten. Cupertino und die NASA haben mehr Gemeinsamkeiten, als Sie denken. Ein Überblick

Schaut man sich die Bilder aus dem NASA-Kontrollzentrum an, hat Apple augenscheinlich einen großen Anteil am Gelingen der Mars-Mission Curiosity. Gefühlte 100 Prozent der Wissenschaftler und Techniker sitzen hinter oder tragen ein MacBook vor sich. Erst bei genauer Betrachtung fallen vereinzelte Windows-Notebooks auf. Annie Colbert von mashable.com entwickelt aus den Bildern dann auch gleich eine Werbekampagne mit dem Slogan „Apple: For Doing Stuff Like Landing on Mars“.

Ein Blick in das Nasa-Kontrollzentrum während der Curiosity-Landung auf dem Mars - inklusive MacBooks.

iPhone leistungsfähiger als Curiosity Rover

Ein Blick auf die technische Ausstattung des Labor-Fahrzeugs Curiosity Rover fördert mehrere ungewöhnliche Fakten zu Tage, die Apple-Fans glücklich machen dürften. So ist zum Beispiel das iPhone leistungsfähiger als die zwei Computer des Mars-Fahrzeugs, deren Prozessoren aber alte Bekannte für die Mac-Gemeinde sein dürften.

Die Chips hören auf die Bezeichnung RAD750 CPU und sind eine nur  minimal veränderte Weiterentwicklung der IBM-Prozessoren aus der PowerPC-750-Serie, die 1997 in den ersten iMac und im PowerBook G3 steckten. Sie verfügen über eine Taktrate von 200 Megahertz und befinden sich in einem System mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher und einem zwei Gigabyte großen Flash-Speicher.

Der A5-Prozessor von Apple im iPhone 4S weist dagegen zwei Rechenkerne mit 800 Megahertz auf. In dem Smartphone stecken darüber hinaus ein 512 Megabyte großer Arbeitspeicher, ein Grafikchip und ein wahlweise 16, 32 oder 64 Gigabyte großer Flash-Speicher.

Mars-Fahrzeug Curiosity Rover untersucht Gestein

Aber trotzdem wäre es nicht von Erfolg gekrönt, einfach ein paar iPhones in einer Rakete zum Mars zu schicken. Sowohl bei der Stromversorgung durch eine Atombatterie als auch der Widerständigkeit gegenüber der Strahlung auf dem Roten Planeten hat “Curiosity” die Nase vorn. Gleiches gilt für die Untersuchung der Umgebung mit Greifarmen sowie die Fortbewegung auf sechs Rädern. Auch das im iPhone 5 erwartete LTE-Modem würde zudem bei der Kommunikation zur Erde scheitern…

Sculley sieht die UdSSR vorne

Gut zu wissen: 1987 gab der damalige Apple-Chef John Sculley dem Playboy ein Interview. In diesem sagte er nicht nur der CD-Rom eine große Zukunft voraus, sondern ging auch davon aus, dass die Sowjetunion den ersten bemannten Flug zum Mars durchführen werde. Er sollte Recht behalten. Die CD hatte ihre 15 Jahre Ruhm, aber mit der UdSSR war schon wenige Jahre nach dem Interview Schluss. Seine eigene Zukunft bei Apple hat Sculley wohl nicht vorausgesehen…