CIOs brauchen eine Mobile Strategie bis 2016

Glaubt man den Analysten von Forrester, dann wird in den kommenden Jahren kein Unternehmen mehr um eine Mobility-Strategie herumkommen. Denn das Leben wird sich auf die Smartphones und Tablet-PCs konzentrieren. Und dort muss man für die Kunden und auch Mitarbeiter präsent sein. Doch die Realität sieht derzeit leider noch ganz anders aus.

Der Report „Mobile in the New Face of Engagement“ der Analysten Ted Schadler and John C. McCarthy zeigt auf, dass bis 2016 mehr als eine Milliarde Menschen ein Smartphone, ein Tablet oder beides nutzen werden. Mehr als 90 Prozent der mobilen Geräte werden entweder auf Apple-, Google-, oder Microsoft-Plattformen laufen. Um ins Internet zu kommen, werden 5,8 Millionen öffentliche WiFi-Hotspots in der ganzen Welt vorhanden sein. Mit anderen Worten: Unsere Welt wird in den kommenden vier Jahren mobil werden – sowohl im Privatleben, als auch im Business. Immerhin werden bis 2016 insgesamt 350 Millionen Mitarbeiter Smartphones nutzen; 200 Millionen werden ihr eigenes mitbringen. Und für Apps werden bis dahin rund 41,6 Milliarden Euro ausgegeben – bei einem Durchschnittspreis von 1,84 Euro pro App.

Für CIOs heißt das im Klartext: Hier liegt Geld auf der Straße, hier muss aber auch Geld investiert werden, um Kunden, Partner und Mitarbeiter mit kontext-sensitiven Anwendungen und intelligenten Produkten anzusprechen. Allen voran sollte ein eigener Manager eingestellt werden. Die Vorteile einer solchen Mobile Strategy liegen für die Analysten klar auf der Hand. Ein eigener Mobility Manager mit entsprechendem Team könnte:
• Das Wachstum des Unternehmens antreiben
• Das mobile Business schneller ins Unternehmen einführen
• Mobile Projektgelder fokussiert einsetzen
• Die IT-Abteilung deutlich entlasten und für die Aufgaben der Zukunft stärken

Oder noch deutlicher ausgedrückt: Mit eigenen Apps ist das Unternehmen direkt in der Tasche des Kunden und Mitarbeiters und steht immer zur Verfügung. Hierzu sind allerdings kontext-sensitive Apps notwendig, mit denen Kunden, Partner und Mitarbeiter in Echtzeit entscheiden und handeln können. Der Kunde muss also auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden, sobald er in dessen Nähe kommt.

In den USA wissen das bereits 25 der 30 größten US-Handelsketten für sich zu nutzen und machen damit gute Geschäfte – bis 2016 sollen sogar 31 Milliarden US-Dollar damit umgesetzt werden (derzeit sind es noch 6 Milliarden). Darüber hinaus lassen sich Warenströme in Echtzeit steuern und operative Entscheidungen schneller gefällt werden. Und aus altbackenen Geräten wie einer Waage oder einem Fieberthermometer kann mit einer App etwas werden, das die Kunden neu entdecken wollen.

Dabei darf aber keinesfalls der Kostenfaktor außer Acht gelassen werden, warnt Forrester. Denn was am Ende einfach erscheint, kann mitunter einen großen Entwicklungsaufwand bedeuten. Auf der anderen Seite werden so komplexe Geschäftsprozesse vielleicht endlich einmal simpler gestaltet oder in Einzelschritte aufgeteilt. So birgt das Risiko zugleich eine Chance. Und sollte denn auch beim Schopfe gepackt werden.

Um auch in Zukunft geschäftsfähig zu sein, müsste deshalb eine Mobil-Strategie schon jetzt angedacht werden. So wie der PC unsere Büroarbeit veränderte, stehen wir nämlich dank Smartphones und Tablet-PCs wieder an der Schwelle zu etwas Neuem, das aus Informationstechnologie eine “Business Technologie” machen wird. Hier können CIOs vorsorgen und neue Mitarbeiter auf diese neuen Anforderungen und damit auch neuen Geschäftsprozesse ansetzen. Vielleicht wird dann nach der Pilotphase das eine oder andere mobile Projekt nicht fortgeführt, aber meiner Ansicht nach wird das Unternehmen dann auf alle Fälle für die Zukunft gewappnet sein.