Chinesischer Aktivistenstreit beschert Macwelt neuen Trojaner

Der Schmetterlingseffekt einmal anders: Weil uigurische Aktivisten, eine Minderheit im Norden Chinas, laut der chinesischen Regierung in Verbindung mit mehreren Anschlägen auf Flugzeuge in Verbindung gebracht wurden, ist seit wenigen Tagen ein Mac-Trojaner im Umlauf. Alles verstanden? Nein. Dann der Reihe nach.Laut Aussage von Sicherheitsexperten wurde die Schadsoftware entwickelt, um die uigurischen Aktivisten – zumindest aus cybertechnischer Sicht – kaltzustellen. Die nutzen offenbar vor allem Macs, um miteinander zu kommunizieren. Das Problem: So wählerisch ist ein Trojaner dann doch nicht.

Deswegen dürfen sich Macnutzer weltweit über neue Malware freuen. Hinter dem Trojaner vermuten einige nun die chinesische Regierung, die die ethnische Minderheit im Nordosten Chinas auf diese Weise mundtot machen will. Wenige Tage zuvor verhaftete man mehrere Aktivisten, die in Verbindung mit versuchten Geiselnahmen gebracht werden.

Warum die Quelle für den Trojaner in China vermutet wird? Etliche, wohl typisch chinesische Tippfehler seien im englischsprachigen Quellcode entdeckt worden, berichtet Tuaw und beruft sich damit auf Sicherheitsfirmen, die auf das Problem hingewiesen hätten. Ferner würde der Trojaner von Servern gesteuert, die sich im Reich der Mitte befänden.

Außerdem würde die Attacke an einen Cyberangriff auf tibetanische Aktivisten vor wenigen Monaten erinnern. Der Trojaner Gh0st RAT verbreitete sich damals so schnell, dass schließlich auch die britische Amnesty-International-Seite befallen war.

Der Antivirenhersteller Kaspersky weist daraufhin, dass Macs aufgrund der zunehmenden Verbreitung ein immer lukrativeres Ziel für Hacker seien. Die Schadsoftware versteckt sich im Anhang einer Mail als Bild und Zip-Datei und greift offenbar Intel- und Power-PC-basierte Macs gleichermaßen an