BYOD: Ultrabooks, Tablets oder Hybrid-PCs in der Hochschule

BYOD: Ultrabooks, Tablets oder Hybrid-PCs in der Hochschule

Eine neue Generation von Endgeräten nimmt im Alltag ihren ihren Platz ein. Gleichzeitig wollen immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern die Nutzung eigener Geräte ermöglichen. Wie aber muss die Hochschul-IT mit der neuen Vielfalt umgehen?

In den vergangenen Jahren hat sich der Computermarkt stark verändert. Durch die zunehmende Mobilisierung geht die Entwicklung von herkömmlichen Desktop-PCs und Notebooks zu Ultrabooks, Tablets und Hybrid-PCs. Auch wenn der mittlerweile verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs bei der Vorstellung des iPads die Post-PC-Ära ausgerufen hat, deutet doch vieles darauf hin, dass die unterschiedlichen Geräte-Klassen noch lange parallel existieren werden.

Kurze Innovationszyklen und Preissenkungen haben zudem ihre Verbreitung beschleunigt, was nun zu einem Konflikt mit der grundsätzlich trägeren IT von Organisationen – Unternehmen, Verwaltung und auch Bildungseinrichtungen ­– führt. Wer will schon zwei Smartphones mit sich herumschleppen oder auf die Annehmlichkeiten eines Tablets verzichten? Auf der anderen Seite müssen sich die IT-Verantwortlichen an Schulen oder Universitäten die Frage stellen: Welche der neuen Geräte passen am besten zu meiner IT-Strategie? Und kann sich meine Organisation angesichts knapper Budgets, diesen Umstellung überhaupt leisten?

Kompakt, flach, handlich

Aber noch einmal von vorn: Von welchen Geräten reden wir eigentlich, wenn wir von der Consumerization der IT sprechen?

Da sind zum einen die Ultrabooks. Sie sind deutlich handlicher, weil sie flacher, leichter und mit ihren 11 bis 13 Zoll großen Displays auch kleiner als Notebooks sind. Durch die eingebauten Ultra-Low-Voltage-Prozessoren sind sie viel leistungsfähiger als Netbooks bei vergleichbaren oder höheren Akkulaufzeiten. Anstelle von herkömmlichen Festplatten sind Ultrabooks mit schnellen Flash-Speichern ausgestattet. Das ermöglicht superschnelles Aufwachen aus dem Standby-Modus und wochenlange Standby-Zeiten.

Tablets sind handlich, kompakt, mit einer Vielzahl von Funktionen ausgestattet und passen in jede Tasche zwischen Notizbuch und Mappen. Da sie ohne zusätzliche Peripherie auskommen, sind sie der ideale Begleiter. Nachteil: Tablets sind Medienkonsum-Tools; eine Eingabe längerer Texte beispielsweise über das Touchdisplay ist sehr gewöhnungsbedürftig.

Die Antwort auf das Eingabeproblem geben Hybrid-PCs. Sie sind eine Mischung aus beidem: Ein Tablet, das mittels Slider oder Docking Station mit einer Tastatur verbunden ist und wie ein PC genutzt werden kann. Ihr Handling erfordert zwar auch eine Eingewöhnung, prinzipiell sind sie aber genauso praktikabel wie Ultrabooks.

Ein einheitliches Gerätekonzept scheitert

Was aber bedeutet diese Vielfalt für Hochschulen? Ich lege mich fest: Wer versucht, ein einheitliches Gerätekonzept über seine Mitarbeiter zu stülpen, wird scheitern. Universitäten mit ihren studentischen Hilfskräften, wissenschaftlichen Mitarbeitern und einer hohen Fluktuation in den einzelnen Abteilungen sind viel stärker individuellen Einflüssen ausgesetzt als Unternehmen. Die Gefahr ist groß, dass die Produktivität durch eine Gerätevorgabe gemindert wird, wenn doch die eigenen Smartphones oder Tablets viel cooler sind.

Individuell und doch zentral mit BYOD und der Cloud

BYOD – Bring your own Device – ist daher die maßgebliche IT-Strategie. Die Kosten, die Hochschulen durch neue Geräte und Wartungskosten sparen, sollten stattdessen in den Aufbau einer Cloud und einer effizienten Virtualisierungsumgebung investiert werden. So ist es mittels webbasierter Anwendungen sowie Datenverwaltung und Kommunikation via Cloud-System möglich, trotz vieler unterschiedlicher Geräte und Aufenthaltsorte der Nutzer ein zentrales und sicheres System zu schaffen. Das King’s College London sowie die University of South Florida setzen bereits auf BYOD.

Und jetzt überlegen Sie mal, welche Auswirkungen diese Strategie auf das Thema BYOD haben wird, wenn die Akademiker die Uni verlassen und in die Unternehmen strömen. Hier sind weitere Impulse für eine Verschmelzung von Job- und Privatleben zu erwarten. Oder was meinen Sie?