BYOD – eine win-win Situation für Universitäten?

Bring your own device (BYOD) ist eine der Hauptrichtungen, in die sich die Technik entwickeln wird – auch an Universitäten. Dabei bringt dieser Trend neben entscheidenden Vorteilen auch Risiken mit sich.

BYOD ist keine Modeerscheinung und es wird nicht einfach verschwinden. Das eigene Notebook, Smartphone oder Tablet auch in der Universität benutzen – bei vielen Studenten gehört das längst zum Alltag. Neben Vorteilen für Studenten und Hochschule birgt BYOD aber auch Risiken, vor allem in Bezug auf Sicherheit und Verfügbarkeit. Wie sollen die IT-Abteilungen diesem Trend begegnen? Bietet die Universität der Zukunft anstelle von Computerarbeitsplätzen nur noch eine Steckdose für das eigene Gerät? Viele Fragen müssen dazu im Vorfeld geklärt werden.

Dr. Thomas Cleary, Vizekanzler für Planung, Performance und Informationssysteme an der Universität San Antonio, Texas, sieht vor allem die Vorteile. Laut Cleary sind viele Studenten in der Lage, sich aktuelle Technik selbst zu leisten. Wenn sie mit ihren eigenen Geräten zur Universität kommen, sollte diese ihnen die Möglichkeiten bieten, damit zu arbeiten. Beide Seiten würden davon profitieren. Die Universität spart beispielsweise Geld für die Anschaffung teurer Geräte. In Zeiten des rapiden technologischen Wandels ist es für Universitäten ohnehin kaum möglich, auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Das dadurch zur Verfügung stehende Budget kann dann in Software und Support investiert werden. Das kommt den Studenten zu Gute, weil sie dadurch mobil werden und es reduziert die Investitionskosten für die Universitäten. Eine win-win Situation.

Damit BYOD aber richtig funktioniert, muss es eine starke Verbindung und eine gute Verständigung zwischen der IT-Abteilung, den Lehrenden, den Studenten und den Admins geben. Universitäten weisen oft eine der kompliziertesten IT-Strukturen der Welt auf. Das macht sie extrem angreifbar. BYOD kann nur eine Lösung sein, wenn sich alle Beteiligten bewusst sind, worauf sie sich einlassen und im Voraus sorgfältig planen. Neben Überlegungen zur Infrastruktur für die höhere Bandbreite und den Bedarf an zusätzlichem Online-Speicher, sollte besonders die Sicherheitsstrategie gründlich durchdacht sein. Was passiert mit Universitätsdaten auf Tablet und Co. – vor allem, wenn der Student es verliert? Wie verschaffen sich die Studenten mit ihren privaten Geräten Zugriff auf das Universitätsnetzwerk und welche Programme und Dienste dürfen sie benutzen?

Dabei müssen alle Studenten und Mitarbeiter der Universität in der Lage sein, immer und überall zu kommunizieren sowie Dokumente auszutauschen, zu veröffentlichen und zu präsentieren. Das geht nicht ohne die Cloud. Am King’s College London ist das bereits für 6.000 Mitarbeiter und mehr als 23.000 Studenten Realität. Auch in der Harker School in San José, Kalifornien, sind BYOD und Cloud-System seit Jahren im Einsatz.

Bleibt nur die Frage: Was passiert eigentlich mit den Studenten, die nicht ihr eigenes High Tech-Gerät mit in die Hochschule bringen können? Ist ihnen bald der Weg zu einer zukunftsorientierten Ausbildung und „21st century skills“ versperrt? Usha Venkat, Direktorin der IT-Abteilung an der Universität San Antonio, weiß, dass sich nicht alle Studenten die erforderliche Technik leisten können. Sie will deshalb auch nicht zu 100 Prozent zu BYOD wechseln. Noch nicht.