Browser-Sperre: Bild-Leser müssen auf dem iPad kostenpflichtige App installieren (Update: Trick)

Seit heute ist die Webseite der Bild-Zeitung für den iPad-Browser gesperrt. Wer die Adresse bild.de aufruft (siehe Bild), wird auf eine Landingpage umgeleitet, die auf die neue App Bild HD (0,79 Euro, iTunes-Link) im App Store hinweist. Damit öffnet das Medienunternehmen Axel Springer ein weiteres Kapitel auf dem Weg, sein Angebot hinter die Bezahlschranke zu platzieren.

Update – 8.12, 11.12 Uhr: Mit dem alternativen Web-Browser LastPass Tab (kostenlos, iTunes-Link) ist es möglich, das Angebot auch weiterhin kostenlos in der Webversion aufzurufen. Dazu ist es lediglich notwenig, in den Einstellungen des Browsers den User Agent auf Safari 4.0 OS X zu ändern.

Allmählich wird klar, was Matthias Döpfner, Vorstandschef von Axel Springer, einst meinte, als Verleger müsse man Steve Jobs täglich danken, dass er das iPad erfunden habe. Konsequent hat sein Medienunternehmen von Beginn an die App-Entwicklung vorangetrieben und mit den Erlösmdellen der Zukunft experimentiert. Und so ist es ein logischer Schritt, dass seit heute das Angebot der Bild-Zeitung – zunächst für iPad-Nutzer – nicht mehr frei im Web zur Verfügung steht. Wer Bild lesen möchte, muss die App Bild HD (0,79 Euro, iTunes-Link) kaufen.

Unter Bild HD bietet das Blatt iPad-Nutzern ein aufwändig gestaltetes Produkt, das sich laut Verlagsdarstellung “inhaltlich an der Struktur von Bild orientiert und die Schnelligkeit und Aktualität der Online-Welt garantiert.” Die Bild-App zeigt, “wie man mit außergewöhnlichen technischen Möglichkeiten das Beste aus Print- und Online-Welt zusammenführen kann. So spannend und interaktiv wurden Nachrichten noch nie erzählt.” Chefredakteur Kai Diekmann lobt die App als “eine neue Dimension der Erlebbarkeit”. Umgesetzt wurde Bild HD von der Berliner Agentur Neofonie, die als hervorragender technischer Dienstleister gilt, zuletzt aber in Verruf geraten geriet, als sie an der pannenreichen Einführung des iPad-Konkurrenten WeTab beteiligt war.

Nach dem erstmaligen Download der App zum Schnupperpreis von 79 Cent können Leser das Angebot eine Woche lang nutzen. Danach kostet die tägliche Ausgabe 79 Cent, das Monats-Abo 12,99 Euro, und der Jahres-Abonnent zahlt 129,99 Euro. Bislang hat sich die Bild-App für das iPhone seit dem Start Ende 2009 405.400 Mal verkauft bei 263.300 Downloads. Döpfner kündigte an, den eingeschlagenen Kurs konsequent weiter zu verfolgen. “Springer wird mit viel Experimentierfreude, Lust an Innovationen und unternehmerischen Mut weitere Bezahlangebote entwickeln. Das Marktpotenzial ist äußerst ermutigend.”