Mit Bluestacks mobile Apps auf Mac OS X zum Laufen bringen

Es gibt mobile Apps, die sind so nützlich, dass man sich die Anwendung auch für den Mac  wünscht.  Was bislang unmöglich war, soll Bluestacks jetzt schaffen – ein Programm, das Android-Apps und damit auch das entsprechende Gegenstück zu der einen oder anderen iOS-Perle seit Neuestem auch unter Mac OS X laufen lässt.

Android-Apps auf Mac OS X: Was im ersten Moment merkwürdig klingen mag, ergibt auf den zweiten Blick durchaus Sinn. Zwar gibt es viele Android-Apps und ihre iOS-Varianten auch als Programme für den Mac, aber eben nicht alle. So lässt sich zum Beispiel der Akku von iPhone oder iPad schonen, indem WhatsApp auf dem iMac oder MacBook läuft. Bilder könnten mit den Originalfiltern von Instagramm bearbeitet werden und Nachrichten so schön wie bei Flipboard erscheinen.

Installation und Funktionsumfang von Bluestacks

Das kostenlose Programm Bluestacks ist schon länger für Windows erhältlich und steht seit Kurzem auch für Mac OS X zum Download bereit. Die Installation der ersten Alpha-Version stellt kein Problem dar. Der sogenannte App-Player legt ein Symbol in der Menüleiste und einen Ordner im Dock an. Dieser enthält in der ersten Test-Version 15 ausgewählte Apps.

Darunter befinden sich einige Spiele aber auch Pulse, Facebook, WhatsApp, Twitter, Seesmic oder Zebra Paint. In der finalen Version für Mac OS X sollen in Bluestacks quasi alle Android-Apps laufen. Der Nutzer soll dann auf eine Suchfunktion zugreifen und Anwendungen unabhängig von einem Android-Smartphone installieren können. Über eine Sync-Funktion sollen sich die Apps von Mobilgeräten synchronisieren lassen. Dies gehört zumindest zum Funktionsumfang der Windows-Version.

Alpha-Version in der Praxis

Nach dem ersten Start enthält Bluestacks in der Alpha-Version nur fünf Apps. Der Nutzer kann weitere vorerst nur installieren, indem er eines der Symbole im Dock-Ordner anklickt. Eine Android-Gerät oder ein Nutzerkonto bei Google sind nicht notwendig.

Die Bedienung der Apps gestaltet sich unterschiedlich. Eigentlich sind sie ja für Touchscreens entwickelt worden, unter Mac OS X stehen aber nur die Maus und die Tastatur zur Verfügung. Vor allem bei Spielen, die schnelle Reaktionen erfordern, ist die Maus mitunter langsamer als der Finger, dafür lassen sich Texte im Gegenzug wesentlich schneller tippen.

Fazit: Fremdgehen ohne Schuldgefühle

Die Idee hinter Bluestacks hat vor allem durch die nur mobil verfügbaren Apps ihre Berichtigung, wie zum Beispiel WhatsApp zeigt. Für einen Facebook- oder Twitter-Client sowie andere für Mac OS X verfügbare Programme macht die Installation keinen Sinn.

Die jetzt verfügbare Alpha-Version der Mac-Variante von Bluestacks bleibt im Funktionsumfang noch deutlich hinter der älteren Windows-Version zurück. Schon in den nächsten Test-Versionen sollen aber auch OS-X-Nutzer in den Genuss weiterer Funktionen kommen und am Ende über die gleichen Anwendungsmöglichkeiten wie Windows-Anwender verfügen.

Für Entwickler und Programmierer sowie Nutzer von WhatsApp, die auch mit ihrem Mac chatten wollen, lohnt sich die Installation von Bluestacks bereits jetzt. Alle anderen Nutzer sollten noch warten, bis das Programm deutlich mehr Android-Apps unterstützt, und sie nicht gefrustet feststellen müssen, das ihre Lieblingsanwendung fehlt. Ein Schuldbewußtsein wegen des Umwegs über Android ist dagegen fehl ma Platz, solange eine ähnliche Lösung für iOS nicht verfügbar ist und die App-Entwickler meinen keine Version für Mac OS X anbieten zu müssen.

Android-Apps auf dem iPad ergeben dagegen wenig Sinn, da fast alle Apps auch für iOS existieren. Bei den wenigen Ausnahmen handelt es sich meistens um exklusive Anwendungen für die Geräte von Apple.