Ausblick 2011: Mac App Store, iOS 5, iPad 2, iPhone 5, iPod touch und Facebook

Seit der Einführung des iPhones 2007 hat Apple im Jahresrhythmus ein neues Modell nachgelegt. Und vieles spricht dafür, dass 2011 das iPhone 5 das Maß aller Smartphones sein wird. Vorher aber wird Steve Jobs voraussichtlich noch das iPad 2 präsentieren, und auch beim iPod touch sind Verbesserungen zu erwarten. justapps.de fasst die wichtigsten Prognosen zusammen und wagt einen Ausblick auf die Ereignisse in der mobilen Apple-Welt.

Apple hat mit dem iPhone und dem iPad den Weg für das mobile Internet geebnet und der Smartphone-Branche und dem Tablet als neuer Produktkategorie ordentlich Schub verpasst. Im Wochenryhthmus erscheinen neue Geräte, die etwa zusammen mit Googles mobilen Betriebssystem Android mittlerweile ernstzunehmende Alternativen zum iPhone oder auch zum iPad darstellen. Mit Spannung erwarten die Apple-Nutzer deshalb vor allem das Update des iPads, über das bereits seit Monaten – wie üblich bei neuen Apple-Produkten – heftig spekuliert wird.


Das erste Quartal 2011


Bevor Apple aber mit neuen Produkten in das Jahr startet, öffnet das Unternehmen am 6. Januar den Mac App Store als neue Vertriebsplattform für Software über Mac-Geräte. Nutzer profitieren dann auch am Mac von einer vereinfachten Installation und automatischen Updates der Apps. Der Mac App Store wird am Starttag in 90 Ländern verfügbar sein und bietet neben den kostenpflichtigen auch kostenlose Apps in Kategorien wie Bildung, Spiele, Grafik und Design, Lifestyle, Produktivität und Dienstprogramme.

Ebenfalls im Januar könnte das seit längerem erwartete Update auf iOS 4.3 mit verbesserter Unterstützung für Zeitungsabonnements kommen. Leser können dann Beträge über ihren iTunes-Store-Account abbuchen lassen und müssen nicht einzelne In-App-Einkäufe vornehmen. Dank eines Push-Servers lädt das iPad dann selbstständig die jeweils aktuelle Ausgabe der Zeitung oder Zeitschrift herunter. Möglicher Termin ist der 17. Januar, wenn Rupert Murdochs iPad-Zeitung The Daily starten soll.

Für europäische Nutzer eher uninteressant dürfte im Februar die Veröffentlichung der CDMA-Version des iPhone 4 für das Netz des US-Anbieters Verizon sein. Erst danach wird es für uns wieder spannend. Im März könnte Apple iOS 5 vorstellen – kurz vor dem ersten Höhepunkt des Jahres: das iPad 2.


Die Prognose zum iPad 2


Erstmals hatte Apple das iPad am 27. Januar 2010 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Verkaufsstart war der 3. April, in Deutschland kam das iPad am 28. Mai in den Handel. Gemäß der Serie ist auch für das iPad 2 mit einem Verkaufsstart Ende März/Anfang April zu rechnen. Die Präsentation erwarten wir Ende Januar. Über folgende Änderungen und Neuerungen spekuliert die Apple-Szene:

  • Als sicher gilt die Erweiterung des iPads um mindestens eine Kamera. Eine zweite, eine Frontkamera wäre der logische Schritt bei der Erweiterung des hauseigenen Videotelefonie-Dienstes Facetime auch auf andere Apple-Geräte.
  • Das Touchscreen des iPad 2 soll über eine höhere Auflösung verfügen. Vorbild ist das Retina-Display des iPhone 4. Außerdem soll das neue Display weniger spiegeln und schmutzabweisende Eigenschaften – ähnlich dem iPhone 4 – aufweisen.
  • Schon bei der ersten iPad-Generation haben sich viele über den mit 256 Megabyte nur halb so großen Arbeitsspeicher im Vergleich zum iPhone 4 gewundert. Hier wird Apple sicherlich aufstocken, um dem hinzugekommenen Multitasking und neuen iOS-Funktionen mehr Raum zu geben.
  • Neue Lautsprecher an der Rückseite des iPad 2 sollen über einen größeren Frequenzbereich verfügen. Sicher nur Spekulation. Der Klang der aktuellen Lautsprecher ist ordentlich. Außerdem wird Apple das klare Design der Rückseite nicht für Lautsprecher-Öffnungen aufgeben.
  • Deshalb ist es insgesamt fraglich, ob Apple große Veränderungen am Gehäuse vornehmen wird. Von leichteren Materialien ist die Rede oder von einer flachen Rückseite. Andere wollen etwas von zusätzlichen USB-Anschlüssen gesehen oder gehört haben. Auch hier ist vermutlich der Wunsch Vater des Gedanken.
  • Unwahrscheinlich ist die Reduzierung des Gehäuses auf sieben Zoll. Auch wenn Samsung mit dem Galaxy Tab vormacht, dass sich ein Tablet auch in dieser Größe komfortabel betreiben lässt, wird Steve Jobs seine Meinung nicht ändern. Er hatte frühzeitig klargemacht: “There will never be an 7-inch iPad“.
  • Das iPad 2 wird voraussichtlich neben der Wifi- und 3G-Variante auch in als CDMA-Version für das Netz des US-Anbieters Verizon erhältlich sein. Diese Variante ist für europäische Nutzer aber irrelevant.
  • Mit etwas Verspätung soll ab Juni in iPad 2-Modellen ein Dual-Core-Prozessor zum Einsatz kommen. Vorgesehen ist der ein Gigahertz schnelle ARM-Cortex-A9. Ein logischer Schritt, um Entwicklern anspruchsvollere Apps zu ermöglichen.

Mac meets iOS


Natürlich wird Apple auch für Mac-User einige Neuerungen bereit halten. Während zu Jahresbeginn vermutlich die MacBook Pro-Reihe Anpassungen im Design und stärkere Prozessoren erhalten wird, ist im Sommer zur World Wide Developers Conference (WWDC) mit einem Update des Mac OS X von 10.6 Snow Leopard auf die Version 10.7 Lion zu rechnen. Hier wird es in Teilbereichen zur Verschmelzung der Systeme kommen. Wie im mobilen Betriebssystem soll dann auch das Mac OS über ein Launchpad verfügen, das die installierten Apps wie auf dem iPad, iPhone oder iPod touch anzeigt und Fullscreen-Ansichten sowie eine Multitouch-Navigation über ein Trackpad ermöglicht.


Prognose zum iPhone 5


Vermutlich ebenfalls im Rahmen der WWDC in San Francisco wird Apple wie bereits im Vorjahr eine neue Version des iPhone vorstellen. Über das Design und die Funktionen eines iPhone 5 kann nur spekuliert werden.

  • Sicher wird sich Apple etwas einfallen lassen, um die als “Antennagate” bekannt gewordenen Empfangsprobleme weiter zu reduzieren. Man muss Apple allerdings im nachhinein zugute halten, dass das Problem von den Medien unausgewogen gehypt war und auch andere Hersteller mit den gleichen Signalstörungen kämpfen.
  • Apple äußerte Pläne, in zukünftigen iPhone-Generation die SIM-Karte fest im Gehäuse zu verbauen. Aufgrund der massiven Kritik der Provider und ihrer Drohung, dann keine subventionierten Handys mehr zu verkaufen, ist mit einer Umsetzung des Vorhabens noch nicht beim iPhone 5 zu rechnen.
  • Analysten erwarten, dass das iPhone 5 bereits den neuen Mobilfunkstandard LTE mit Übertragungsraten von theoretisch bis zu 300 Megabit pro Sekunde unterstützen wird. Nach Aussage von Ashok Kumar von der Investmentbank Rodman und Renshaw sollen die Chips, die LTE unterstützen, in Zukunft von Qualcomm bereitgestellt und geliefert werden. Es ist aber fraglich, ob Apple auf einen Standard setzen wird, der sich 2011 noch in einer frühen Ausbauphase befindet.
  • Ebenso wenig verbreitet sind zur Zeit noch mobile Zahlungsverfahren, so dass auch die Integration so genannter Near Field Communication unwahrscheinlich ist. Dadurch können Nutzer mit ihrem Smartphone drahtlos über kurze Entfernungen an bestimmten Lesegeräten bezahlen. Derzeit läuft ein entsprechendes Pilotprojekt der Kreditkartenfirma Visa in der Metro von New York und Los Angeles.
  • Gemäß den Entwicklungen im Bereich der Bildsensoren kann beim iPhone 5 sicher mit einer verbesserten Kamera gerechnet werden. Acht Megapixel sollen das iPhone zur ernstzunehmenden Alternative zu Digitalkameras machen und auch Videos in Full-HD aufzeichnen können. Ein echter Xenon-Blitz könnte zudem den derzeit schwachen LED-Blitz ablösen.
  • Zukunftsmusik dürfte dagegen ein Patentantrag von Apple für einen Solar-Screen sein. Eine spezielle Solar-Schicht soll dabei das einfallende Sonnenlicht durch das Display in Energie umwandeln.

Dino vor dem Aussterben


Im vergangenen September hatte Apple drei iPod-Modelle komplett überarbeitet – den iPod touch, den iPod shuffle und den iPod nano. Große Veränderungen sind 2011 nicht zu erwarten.

  • Eventuell erhält der iPod touch ebenfalls eine verbesserte Kamera mit acht Megapixel und Full-HD-Video.
  • Denkbar ist auch eine Anpassung des iPod touch an das stilgebende Design des iPhone 4.
  • Während beim iPod shuffle und iPod nano lediglich eine Produktpflege zu erwarten ist, droht dem iPod classic das endgültige Aus. Der älteste Apple-Player und einzige, der immer noch mit einer herkömmlichen Festplatte arbeitet, hat im vergangenen Jahr kein Update erfahren. Sämtliche Veränderungen würden zu einer Kannibalisierung anderer iPod-Modelle führen, so dass nur sentimentale Gründe gegen ein Aussterben des Dinos sprechen.

Und sonst so?


Seit Monaten erwarten Apple-Nutzer die Ankündigung, dass Apple den iTunes Store zukünftig in die Cloud verlegt. Damit könnten sämtliche Geräte over-the-air Musik herunterladen oder Apps synchronisieren. Es wäre nicht mehr notwenig, das iPhone oder iPad an den Mac anzuschließen. Wie so ein Service aussehen kann, hat Apple selbst mit Apple TV vorgemacht. Die Box streamt Filme in HD-Qualität auf den Fernseher. Die Erweiterung auf Musik und Apps dürfte auch 2011 die Apple-Welt beschäftigen.

Die Finanzwelt schaut indes am 18. Januar nach Cupertino, wenn Apple die ersten Quartalszahlen 2011 veröffentlicht. Viele Finanzexperten gehen davon aus, dass Apple dank der starken Mac-, iPhone-, iPad- und iPod-Nachfrage neue Rekorde bei Absatz, Umsatz und Gewinn aufstellen wird. Wir erinnern uns: Im Mai 2010 erzielte Apple erstmals einen höheren Börsenwert als Microsoft und ist seitdem das wertvollste IT-Unternehmen der Welt. Im September war Apple sogar für wenige Stunden das zweitwertvollste Unternehmen der Welt, als der Börsenwert kurzzeitig über dem Wert des chinesische Ölkonzerns Petrochin lag.

Im Fahrwasser dieses Erfolgs lassen sich manche Analysten zu abenteuerlichen Voraussagen hinreißen. So verkündete etwa die dänische Saxo-Bank, dass 2011 der Computerkonzern Apple das weltgrößte Soziale Netzwerk Facebook übernehmen werde.

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