Asus EeePad Transformer Prime: Das erste Quadcore-Tablet im Test

Asus bringt mit dem EeePad Transformer Prime das erste Android-Tablet in Deutschland auf den Markt, in dem der Tegra-3-Chipsatz von Nvidia mit einem Quadcore-Prozessor steckt. In Sachen Verarbeitung hält es sogar mit dem iPad mit und verwandelt sich mit seiner Ansteck-Tastatur in ein Netbook. Nur das Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich lässt noch auf sich warten.

Tegra 3 erreicht neue Höhepunkte

Nvidia hat seinen neuen Tegra-3-Chipsatz für mobile Geräte schon vor längerer Zeit vorgestellt. Asus bietet mit dem EeePad Transformer Prime das erste Tablet an, dass über die Leistung von vier Rechenkernen und einem Geforce-Grafikchip verfügt. Der Prozessor ist mit 1,3 Gigahertz getaktet und der Arbeitsspeicher ein Gigabyte groß.

Im Antutu-Benchmark erklimmt das EeePad Transformer Prime mit deutlichem Abstand den Spitzenplatz. Es erreicht locker über 10.000 Punkte und liegt damit weit vor dem Galaxy Note und Galaxy Nexus von Samsung, die mit jeweils rund 6.000 Punkten auf den Plätzen zwei und drei folgen. Tablets mit dem älteren Tegra-2-Chipsatz wie das EeePad Slider von Asus oder das Toshiba AT100 schaffen keine 5.000 Punkte. Die Spitzenwerte des Prime liegen sogar bei mehr als 13.000 Punkten, wobei andere Tegra-3-Tablets sicherlich auch in diesem Bereich vorstoßen werden.

Aktuelle Spiele wie Madden NFL 12 oder Dungeon Defenders Second Wave laufen in höchster Auflösung flüssig auf dem Prime. Viele andere beliebte Spiele sind allerdings derzeit nicht auf dem Tablet verfügbar. Nvidia will über einen speziellen Tegra-Store Spiele anbieten, die die Möglichkeiten von Tegra 3 voll ausreizen, doch bisher stehen nur einige mäßig interessante Demos zur Auswahl.

Eine weitere hohe Hürde für Tablets war bisher die Wiedergabe von Full-HD- oder Streaming-Videos. Im Test spielte das Prime sowohl gestreamte HD-Videos von Youtube und Vimeo sowie Full-HD-Filme von ins WLAN gehängten Datenträgern flüssig und ruckelfrei ab.

Hervorragender Touchscreen

Asus stattet das EeePad Transformer Prime mit einem 10,1 Zoll großen Touchscreen aus. Der Bildschirm besteht aus einem IPS-Panel mit besonders großen Blickwinkeln sowie einer Oberfläche aus kratzfestem Gorilla Glas. Die Anzeige mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln erstrahlt farbkräftig und detailliert. Dies gilt auch bei Tageslicht, nur bei direkter Sonneneinstrahlung lässt sich der Inhalt des Displays nicht mehr erkennen.

Das Prime schmiegt sich angenehm an die Hände des Nutzers an. Erweist sich mit 590 Gramm auf Dauer allerdings nicht als Leichtgewicht. Der Touchscreen reagiert schon auf leichte Berührungen ohne Verzögerungen. Die Navigation in der Benutzeroberfläche, das Scrollen auf Webseiten und das Steuern von Spielen gehen ebenso leicht von der Hand wie das Starten von Apps.

Das Transformer Prime verfügt über zwei Kameras. Die Frontkamera mit einer Auflösung von 1,2 Megapixeln soll vor allem Bilder für Videochats liefern. Die Kamera auf der Rückseite nimmt Fotos und Videos mit bis zu acht Megapixeln Auflösung auf. Ihre Aufnahmen werden aber nur bei ausreichender Helligkeit scharf, schon bei Zimmerbeleuchtung liefert sie nur noch unscharfe Bilder.

Wenige Schnittstellen und das Warten auf Android 4.0

Asus verzichtet beim Transformer Prime auf ein UMTS-Modul und stattet das Tablet nur mit WLAN und Bluetooth aus. Für den mobilen Internetzugang eignet es sich somit nur bedingt. Zu den weiteren Schnittstellen gehören ein Micro-HDMI-Anschluss sowie eine Audio-Buchse und ein MicroSD-Kartenschacht, mit dem sich der interne Speicher um bis zu 32 Gigabyte erweitern lässt.

Den Lautsprecher auf der Rückseite des Prime hat Asus nicht optimal platziert. Hält der Nutzer das Tablet zum Beispiel beim Spielen mit zwei Händen, verdeckt er mit der Rechten den Lautsprecher und dämpft so den Klang hörbar ab.

Ab Werk liefert Asus das EeePad Transformer Prime derzeit mit Android 3.2 Honeycomb aus. Das Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich sollte eigentlich ab dem 12. Januar 2012 zum Download bereit stehen. Am Stichtag verschob der Hersteller die Aktualisierung allerdings ohne Angaben von Gründen auf Ende Januar.

Asus installiert einige Apps auf dem Prime, die Zugriff auf Cloud-Dienste des Unternehmens bieten oder Bücher und Fotos verwalten sollen. Der Dateimanager erscheint übersichtlicher als der von Android selbst. Das Büroprogramm Polaris Office funktioniert sogar im Offline-Betrieb einwandfrei.

Zwei Modelle: Tablet oder Netbook-Ersatz

Asus bietet das EeePad Transformer Prime in zwei Varianten an, deren unverbindliche Preisempfehlung jeweils 599 Euro beträgt. Für diesen Preis erhält der Käufer entweder das Tablet mit einem 64 Gigabyte großen internen Speicher oder ein Tablet mit 32 Gigabyte großen Speicher sowie einer Ansteck-Tastatur.

Mit der Ansteck-Tastatur verwandelt sich das Prime in in Android-Netbook. Dieses ist vor allem für Nutzer interessant die viel Tippen wollen oder müssen – denn dies gelingt mit den kleinen Tasten deutlich besser als auf dem Touchscreen – aber natürlich nicht ganz so bequem, wie auf einem normalgroßen Keyboard. Die Tastatur bietet Android-Sondertasten und sogar einen Knopf für Screenshots.

In der Ansteck-Tastatur befindet sich ein zweiter Akku, der die Laufzeit des Transformer Prime fast verdoppelt. Die vom Hersteller angegebenen 18 Stunden schaffte das Gerät im Test locker. Wurde ein Film geschaut, reduzierte sich natürlich die Laufzeit. Durch die Tastatur erweitert der Nutzer das Tablet um einen USB-Anschluss und ein SD-Kartenlesegerät.

Fazit: Vorerst mit Abstand auf Platz 1

In diesem Jahr werden noch zahlreiche Tablets mit dem Tegra-3-Chipsatz erscheinen. Doch Asus hat mit dem EeePad Transformer Prime die Messlatte hoch gehängt. Das Teilzeit-Netbook überzeugt im Test sowohl in Sachen Leistung als auch bei der Verarbeitung – weist aber immer noch einige verbesserungswürdige Punkte auf.

Mit seinem zumindest jetzt am Anfang hohen Preis unterscheidet sich das Prime nicht spürbar vom Klassen-Primus iPad. Geht es um Leistung oder Verarbeitung entscheiden jedoch fast nur noch Geschmacksfragen über den Kauf.

Das Transformer Prime ist in Deutschland inzwischen bei den ersten Online-Händlerverfügbar, andere nehmen ebenfalls bereits Vorbestellungen entgegen und halten sich dabei noch an die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers von 599 Euro.

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