Apples Design-Guru Jon Ive: "Konkurrenz hat die falschen Ziele"

Jonathan IveJonathan Ive ist ein scheues Wesen. Doch im Interview mit dem London Evening Standard erklärte der Formgeber von Apples iFamilie, was den Reiz von Apple-Produkten ausmacht. Und warum die Konkurrenz auf dem Holzweg ist.

Wenn Jonathan Ive über Design spricht, klingt das recht simpel. Dem London Evening Standard erklärte Apples Designchef, dass er schlicht Produkte besser machen wolle. Wenn man das nicht schaffe, solle man das Produkt nicht auf den Markt bringen.

Genau hier sieht Ive den Knackpunkt, warum die Konkurrenz im Bereich Smartphones und Tablets noch hinterherhinkt. Viele Mitbewerber, so Ive, würden ein Produkt nur herausbringen, weil es über neue Features verfüge. Aber “neu” sei nicht unbedingt “besser”.

Auch zum “Kult” um Apple-Produkte äußerte sich der gebürtige Londoner. Demnach würden die Menschen offenbar ein Gefühl dafür bekommen, wie sorgfältig und detailversessen der Designprozess sei. Man könnte spüren, wie viel Arbeit Apple in seine Produkte stecke.

Über diese Passion sprach Ive auch auf seiner Rede zum Gedenken an den verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs im Oktober vergangenen Jahres. “Wir verbrachten Monate mit einem Detail eines Produktes, das nie jemand sehen würde. Zumindest nicht mit ihren Augen”, erklärte der enge Vertraute von Jobs auf der firmeninternen Trauerfeier.

Den Designprozess selbst beschreibt Ive als recht rational. Man entwickle und verwerfe Ideen. Erst wenn aus einer Grundidee ein 3D-Modell entsteht, würde im Designprozess etwas Magisches passieren. Und wirklich erfolgreich sei ein Design erst, wenn es so einfach erscheint, dass man es sich nicht mehr anders vorstellen könne. Eigentlich ganz einfach, oder?