Apple zensiert App über Drohnen-Angriffe

Nicht gerade ein Volltreffer: Apple verweigert derzeit einer App die Zulassung zum Appstore. Die Anwendung “Drones+” will über kürzlich passierte Drohnenangriffe weltweit informieren. Die Begründung aus Cupertino: Die Anwendung sei verwerflich und primitiv.

Eigentlich will das Londoner Büro für investigativen Journalismus nur die Menschen informieren. Mit einer App, die die Koordinaten von Drohnenangriff auf einer Weltkarte anzeigt, angereichert mit Berichten zum Ereignis. Doch Apple weigerte sich bislang schon dreimal, die Anwendung für seine Plattform zuzulassen.

Seit einem Monat versuchen die Journalisten, ihre nüchterne App für den Appstore zu akkreditieren. Doch jedes Mal lehnt Apple die Software aus einem anderen Grund ab. Das erste Mal hieß es, “Drones+” sei nicht nützlich, so Entwickler Josh Begley gegenüber Wired.

Beim zweiten Mal gab es kein grünes Licht wegen eines Firmenlogos, nun hieß es, die Inhalte seien “primitiv”. Mit Blick auf allerlei sinnbefreite Spiele im Appstore lässt sich eine derartige Beurteilung eines journalistischen Projektes, das über Kriegshandlungen informiert, nur sehr schwer nachvollziehen.

Die App selbst ist keineswegs sensationsheischend. Per Push-Notification wird der Nutzer über einen Angriff informiert, die Karte zeigt den Aufschlagsort mit einem Pin an. Das Problem: Apples App-Tester liefern keine ausführlichen Begründungen. Für Begley ist es nun schwer nachzuvollziehen, warum seine App nun ein drittes Mal abgelehnt wurde.

Der einzige Vorwurf, den man den App-Machern machen könnte, wäre der geringe Unterhaltungsfaktor. Was nicht unterhält, verkauft sich schließlich auch schlecht. Aber hätten iPhone- und iPad-Nutzer nicht ein Anrecht auf diese Form der Information?

Apple hat sich bislang noch nicht zum Fall geäußert. Wir finden: Nicht der Vorsatz, die Menschen über Drohnenangriffe zu informieren, ist verwerflich, sondern eine App mit Informationscharakter zu zensieren.