Apple zahlt 20 Millionen Schweizer Franken für Design der iOS-Uhr

FÜr dieses Uhrendesign zahlt Apple über 16 Millionen Euro

Apple ist es eigentlich gewohnt, in Patentstreitigkeiten Geld von anderen zu bekommen. Im Fall des Schweizer Bahnkonzerns SBB ist das anders: Apple hat für seine Uhr in iOS 6 das Design der legendären Schweizer Bahnhofsuhr verwendet. Weil nicht um Erlaubnis gefragt wurde, wird jetzt ein Millionenbetrag fällig.

Bei Schweizer Schaffnern dürfte das Weihnachtsgeld in diesem Jahr üppiger ausfallen als bisher: Zumindest darf sich der SBB auf ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk aus Cupertino freuen. Wie der Schweizer Tages-Anzeiger berichtet, muss Apple 20 Millionen Franken, umgerechnet rund 16,6 Millionen Euro, für die Nutzung des Uhr-Designs zahlen.

Bereits am 12. Oktober hatte die SBB erklärt, dass die beiden Unternehmen zu einer Lizenzvereinbarung gekommen sind. Die SBB-Bahnhofsuhr wurde 1944 vom Ingenieur und Gestalter Hans Hilfiker für die SBB entworfen.

“Es handelt sich um eine Design-Ikone, die offenkundig auch im digitalen Zeitalter gut ankommt”, witzelte der Bahnkonzern in einer Mitteilung Mitte Oktober. Das spezielle Merkmal des sogenannten “Kellenzifferblatte” ist der markante rote Sekundenzeiger, der die Form einer Signalkelle hat. So auch die neue Uhr in iOS 6.

Peanuts für Apple

Kurios: Während die gezahlten Millionen für Apple Peanuts sein dürften, hat ein anderes Unternehmen das Nachsehen: Mondaine. Der Uhrensteller ist eigentlich exklusiver Lizenznehmer des SBB-Uhrendesigns, aber nicht in die Lizenzvereinbarung mit Apple eingebunden.

“Als exklusiver Lizenznehmer sind wir überrascht, vom Lizenzabkommen zwischen der SBB und Apple zu hören,” zitiert Spiegel Online Ronnie Bernheim, Mitbesitzer von Mondaine. Ob die Manufaktur rechtliche Schritte plant, ist noch unklar.