Lautlos und dezent: ein Heimkino mit Apple TV und Mac mini

Apple TV im Wohnzimmer

HTPC, das steht seit einigen Jahren für „Home Theater Personal Computer“. Die Apple-Knirpse Mac mini und Apple TV eignen sich besonders für den Einsatz im Wohnzimmer. Welches Gerät sich für welche Couchkartoffel lohnt und wie der Aufbau funktioniert, erklären wir im Tutorial.

1. Das Bild
Bei der Anschaffung eines Flachbildfernsehers sollte nicht gespart werden, dennoch gilt wie so oft: Ein hoher Preis ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit hoher Qualität. Der Markt ist riesig, und den Durchblick zu behalten, ist nicht gerade einfach. Aber es gibt – eben weil Flachbildfernseher in großer Zahl produziert und verkauft werden – häufig Tests von einschlägigen Instituten und Magazinen.Hier sollte man sich vor dem Kauf informieren. Mit steigender Bildschirmdiagonale steigt auch der Preis enorm an: Kleinere Fernseher in entsprechender Ausführung und mit 80 Zentimeter Diagonale sind bereits für um die 650 Euro zu bekommen, für 102 Zentimeter Diagonale sind zwischen 1000 und 1300 Euro zu bezahlen, ab 117 Zentimeter sind Geräte von 1500 bis 3000 Euro und mehr auf dem Markt.

Wer außerdem noch für den freien Fernsehempfang einen Receiver braucht, kann darauf achten, dass ein solcher bereits im Fernseher eingebaut ist. Ein Tipp: Kabelgebühren lassen sich sparen, indem man einen Fernseher mit eingebautem DVB-T-Receiver kauft – der empfängt dann ganz von selbst das freie, terrestrische Fernsehsignal – und das kostenlos. Dafür ist allerdings nur eine Grundausstattung an Sendern empfangbar, und DVB-T kann nicht überall empfangen werden.

2. Der Ton
Hier muss jeder für sich selbst entscheiden: Wie wichtig ist mir guter Sound? Manch einem reicht vielleicht schon die Tonausgabe über den Fernseher. Die Soundqualität hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Eine richtig gute Qualität erreicht man jedoch erst mit einem Soundsystem. Hier gibt es preiswertere schon ab 300 euro.

Wer wirklich Heimkino betreiben will, braucht aber vielleicht schon etwas mehr und wird sich für 1000 Euro ein Surroundsystem installieren. Ist man nun also ausgerüstet mit Bild- und Tongeräten, die den eigenen Ansprüchen gerecht werden, kann Apple das neue Medienzentrum zum puren Genuss machen. Hierfür ergeben sich zwei Möglichkeiten:

Variante 1: Apple TV im Wohnzimmer kombiniert mit dem Mac im Arbeitszimmer
Wer in seinem heimischen Arbeitszimmer bereits mit einem Mac arbeitet, hat mit Sicherheit auch schon den ein oder anderen Film in seiner iTunes-Mediathek. Warum nicht gleich alle Unterhaltungsinhalte auf dem Rechner bündeln? Sollte dazu die Festplatte zu klein sein, ist eine neue schnell und kostengünstig eingebaut – noch einfacher geht es mit dem Anschluss einer externen Festplatte. Nun müssen die Filme nur noch auf den Fernseher im Wohnzimmer kommen. Dabei hilft Apple TV: Die elegante, handliche Box wird ganz einfach per HDMI an den fernseher angeschlossen. Damit können dann über ein Wlan-Netz die Filme vom Mac auf den Fernse her im Wohnzimmer gestreamt werden. Die iTunes-Bibliothek wird bequem von Fernseher aus angewählt. Und nicht nur das: Das Gerät erlaubt auch den direkten Zugriff auf den iTunes-Store, wo man unkompliziert TV-Serien und Filme leihen oder kaufen kann. Apple hat derzeit über 7000 Filme im Angebot, davon über die Hälfte in HD-Qualität.

Die Filme sind in der Regel ab dem DVD-Verkaufsstart im iTunes-Store verfügbar. Diese Funktion ist auch ganz ohne Rechnerverbindung möglich: Wer also sowieso kein eigenes Archiv auf dem Computer hat, muss auch nicht zwangsläufig eine Verbindung herstellen. Zum Leihen und Kaufen benötigt man nur ein Wlan- Netzwerk.

Allerdings lassen sich bei einer direkten Verbindung mit dem Mac zum Beispiel auch Bilder aus iPhoto auf den Fernseher übertragen. So können die letzten Urlaubsfotos gemütlich vom Sofa aus betrachtet werden. Und natürlich lässt sich auch die Musik aus iTunes streamen. Um das neue Mediencenter perfekt zu machen, ist für die Surroundanlage beim Apple TV ein optischer Ausgang vorhanden. Der Vorteil an der Apple-TV-Variante ist, dass sie fast von selbst läuft. Anwender, die möglichst wenig herumtüfteln wollen, kommen hier auf ihre Kosten.

Variante 2: ein Mac mini im Wohnzimmer
Aufwändiger als die gerade beschriebene Alternative ist die eines Mac-Mini-Mediacenters. Dafür ist diese Lösung weitaus individueller, und man schafft sich ein offenes System – die Möglichkeiten sind vielfältiger und zukunftssicherer, was bedeutet: es müssen selten komplett neue Geräte angeschafft, sondern höchstens Ergänzungen vorgenommen werden. Außerdem sind Aufnahmen direkt möglich und die Archivierung fällt leichter als bei einem externen Festplattenrekorder. Der Mac mini macht es einem verhältnismäßig leicht: Der Anschluss eines Fernsehers ist ohne große Komplikationen durchführbar. Mit einem entsprechenden USB-Tuner kann man Kabel-, Satelliten- oder Antennenfernsehen auch direkt am Mac mini empfangen. Surround-Ton ist auch möglich. Dennoch muss hier etwas mehr Arbeit in die Optimierung der Software investiert werden. Aine Möglichkeit ist, als Benutzeroberfläche das mitgelieferte Front Row zu nutzen. Es lässt sich komfortabel mit der Fernbedienung Apple Remote steuern, ist einfach und übersichtlich. Eine komplette Mediacenter-Lösung bietet Front Row allerdings nicht. Als alternative bietet sich Plex (www. plexapp.com) an – ein Open-Source-Programm speziell für intelbasierte Macs mit einem imposanten Funktionsumfang.

Apple TV im Wohnzimmer

Damit lassen sich wirklich nahezu alle Medien ansteuern, ob auf der festplatte, gestreamt oder auf DVD. Und auch das über einen USB- Tuner empfangene Fernsehprogramm lässt sich mit Plex steuern. Mit ein wenig Tüftelei kann man sich mithilfe des Mac mini ein funktionstüchtiges und zusätzlich optisch geschmackvolles Mediacenter aufbauen. Doch dabei ist in jedem Fall zu bedenken: Richtet man sich einen Mac mini als Mediencenter ein, funktioniert man damit einen Computer mehr oder weniger um. Eine gewisse Computeraffinität sowie die Bereitschaft, das System entsprechend zu pflegen, sollte bei einer Multimedia-Installation wie dieser also unbedingt vorhanden sein. So müssen zum Beispiel einzelne Dinge hin und wieder mit Maus und tastatur eingegeben werden, der Zugriff mit der Fernbedienung reicht nicht immer aus. Der Vorteil eines Systems rund um einen Mac mini: Man hat DVD- Player, Brenner und Festplattenrekorder gleich inklusive. Größter Pluspunkt: Das Ganze kann beliebig erweitert und angepasst werden. Dem gegenüber steht, dass diese Lösung teurer als die vorher genannte und mit mehr Aufwand verbunden ist.

Fazit
Wer nun mit der Installation eines Heimkinosystems auf Mac-Basis liebäugelt, muss für sich zunächst zwei Fragen beantworten: Was soll mein System können? Und was will ich dafür ausgeben? Entsprechend müssen dann Entscheidungen für den Kauf des Fernsehgerätes und einer Soundanlage getroffen werden – das Angebot ist riesig. Außerdem muss entschieden werden: Apple TV oder Mac mini? Wer das Interesse und die Muße besitzt, auszuprobieren und etwas zu basteln, der sollte es mit der zweiten Variante rund um den Mac mini versuchen. Wem das zu aufwendig ist und wer mit etwas weniger Möglichkeiten auskommt, für den ist das Apple TV genau die richtige Lösung.

Noch ein Tipp zum Schluss: Wer keinen Wert auf die Wiedergabe von bewegten Bildern legt, sondern ausschließlich Musik vom Mac ins Wohnzimmer bekommen möchte, für den eignet sich die AirPort Express Basisstation. Der kleine Kasten wird per Audiokabel an die Musikanlage im Wohnzimmer angeschlossen, über das Heimnetzwerk wird dann die Musik aus iTunes an die Lautsprecher übertragen.

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