Krieg der Sterne: Wie Hotels Apple-Produkte einsetzen

Wenn es darum geht, Ihnen etwas Besonderes zu bieten, legen Hotels auf der ganzen Welt Wert auf Design und Komfort. Dabei wird es zunehmend schwieriger, sich über die Architektur, das Wellnessangebot oder die Küchenspezialitäten abzugrenzen. Hoteldirektoren, die heutzutage einen einzigartigen Aufenthalt bieten wollen, setzen deshalb auf iPad, iMac und Co.

Mit Architekturfinessen, Wellness oder gutem Essen allein ist es schwer, sich aus der Masse der Hotels abzuheben. An jeder Ecke eröffnet ein Designhotel, selbst Hostels haben in Stilfragen ordentlich Nachhilfe genommen. Heute besteht die Herausforderung mehr denn je darin, dass sich die Gäste „auch fern von daheim wie zu Hause fühlen“, so John Prusnick, Director of IT Innovation & Strategy von Hyatt Hotels & Resorts.

Das Zuhause ist heute da, wo man sich nicht nur räumlich wohlfühlt, sondern wo zudem alle Annehmlichkeiten der modernen Unterhaltung zur Verfügung stehen: Internet, Musik, Filme und die zugehörige Technik wie iPad, MacBook oder andere Computer. Sie sind Teil des privaten und beruflichen Alltags – und kaum einer will im Urlaub auf seine Unterhaltungselektronik verzichten. Mit dem iPad hat Apple zudem den idealen Reisebegleiter auf den Markt gebracht – handlich, leicht und schnell, und in der zweiten Generation noch handlicher, noch leichter und noch schneller. Dank Tausender Apps kann man beim Packen des Koffers nun auf Bücher, Reiseführer und Notebook verzichten.

Mittendrin statt nur an der Rezeption

Um Design und Komfort mit den gewohnten Unterhaltungsmöglichkeiten perfekt zu kombinieren, haben erste Hotels ihre Zimmer und die Haustechnik mit Apple-Produkten ausgestattet. Das Hotel The Weinmeister in Berlin etwa hat sämtliche Zimmer mit 27-Zoll-iMacs eingerichtet.

Eine eigens programmierte Benutzeroberfläche bietet dem Gast zugleich Hotelinformationen, Ausgehempfehlungen und Fernsehen. Der beliebte Kommunikationsdienst Skype ist vorinstalliert, und wer sein eigenes iPad zu Hause vergessen hat, kann sich einfach eines an der Rezeption ausleihen.

In den Andaz Hotels der Hyatt-Hotelkette arbeitet auch das Personal mit dem iPad. Die Mitarbeiter am Empfang nutzen das Tablet, um Gäste ein- und auszuchecken. Das iPad ist dafür besonders geeignet, weil es sofort startklar und aufgrund der Onscreen-Tastatur und der langen Batterielaufzeit flexibel einsetzbar ist.

So können vor allem Schlangen vor der Rezeption vermieden werden. Zudem können Hotelangestellte den Gästen auf dem iPad zeigen, wie sie in die Oper oder zum gewünschten Restaurant kommen und ihnen mithilfe einer kurzen Präsentation einen Überblick über die Hotelanlage verschaffen. „Mit dem iPad sind die Hotelmitarbeiter anstatt an der Rezeption direkt bei den Gästen“, erklärt Prusnick den Vorteil des mobilen Tablets.

Mittlerweile kommt das Tablet auf allen Konzernebenen zum Einsatz: „Man kann sich in einem Meeting Notizen machen, automatisch eine PDF daraus erstellen und gleich mailen“, erklärt John Wallis, globaler Bereichsleiter von Marketing & Brand Strategy der Hyatt Hotels Corporation. Auch der Hyatts Finanzchef, Harmit Singh, hat seine Tasche entrümpelt, Kalender, Taschenrechner und Tagespresse bleiben nun draußen: „Früher hatte ich alle möglichen Zeitungen abonniert: das Wall Street Journal, die Financial Times. Das war einmal. Heute habe ich das alles auf dem iPad.“

Einchecken, auschecken, Essen bestellen

Weltweit wandeln sich Hotels zu Multimedia-Oasen. Einen kostenlosen iPad-Verleih etwa bietet das österreichische Apart Hotel Legendär. Wer im Hotel The Berkeley in London eine Suite gebucht hat, erhält während des Aufenthalts ebenfalls Apples Tablet. Und im Restaurant des Rydges Hotel in Sydney ersetzen iPads die Speisekarte. Speisen und Getränke sind mit Fotos und Bewertungen gelistet und können direkt vom Tablet bestellt werden.

Als „erstes iPad-Hotel Deutschlands“ bezeichnet sich das Best Western Ypsilon in Essen. Drei Wochen vor dem offiziellen Verkaufsstart des iPad in Deutschland 2010 konnten sich Hotelgäste das neue Tablet bereits gratis ausleihen. Und im Allgäu, im Hotel Rübezahl in Schwangau, ersetzt das iPad die zuvor am Tresen liegenden Ausdrucke der aktuellen Wettermeldungen.

Die passende Hoteltechnik

Wer als Hotelbesitzer Apple-Produkte in seine Haustechnik integrieren möchte, wendet sich an Systemhersteller wie das in Berlin beheimatete Hotelroom-Team von mStore/M&M:Trading! (Partner von m-magazin). Das Team hat ein All-in-one-System entwickelt, das neben TV, Radio und DVD-Player auch einen Computermodus und einen Internetzugang bietet. Über das Intranet kann sich der Urlauber während seines Hotelaufenthaltes außerdem über aktuelle Hotelangebote und -aktionen informieren und auf die hauseigene Mediathek mit Filmen, Musik, eBooks und Hörbüchern zugreifen.

Dank der Technologie kann der Hotelgast also multimedial agieren und wie daheim am iMac und iPad arbeiten, E-Mails abrufen und Fotos ins Netz laden. Der Anbieter garantiert Datenschutz, vor der Abreise kann jeder Nutzer der Hotelrechner persönlich sicherstellen, dass alle seine Daten gelöscht werden. Das System wurde vom Hotelroom-Team erstmals im Februar 2010 im historischen Hotel Schloss Romrod eingeführt.

Es folgten Luxusherbergen wie das Marriott und das Ritz Carlton in Berlin mit iMacs in der Lobby und ausgewählten Suite. Der Geschäftsführer von Schloss Romrod, Nico Döring, war bereits vor der Einführung des Systems überzeugter Apple-Anwender: „Ich selbst bin seit 2007 Apple-Nutzer und habe einfach deutlich weniger Probleme damit. Apple ist einfacher, schneller und besser und sieht dabei einfach schöner aus.“ Die meisten Gäste seines Apple-affinen Hotels seien überrascht, was man mit dem iMac alles machen kann.

„In allen Zimmern wird der iMac als Fernseher beziehungsweise als Multimediastation genutzt. Man kann darauf DVDs gucken, surfen, arbeiten, chatten, Videos drehen oder Konferenzgespräche führen, einfach alles“, so Döring. Hyatt ging noch einen Schritt weiter und entwickelte für ausgewählte Filialen eine hoteleigene App. Über diese kann der Gast nicht nur selbst ein- und auschecken, sondern sich zudem über die Room-Service-Option das Frühstück direkt aufs Zimmer bestellen. Versuchen Sie das mal zu Hause.

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