Matrix-Patent: Apple plant das Netz der virtuellen Identitäten

Bild: Jamie Zawinski (program); Church of emacs (screenshot), Apple-Logo: AppleApple forscht derzeit an einem interessanten Programm zum Thema “Anonymes Surfen”:  Statt Spuren im Web zu verwischen oder zu löschen, soll die neue Software  – ganz im Sinne von Matrix – weitere virtuelle Identitäten erzeugen, um Datensammler zu verwirren. Ein geniales Konzept, das aktuelle Anonymisierungskonzepte auf die Spitze treibt.Wenn auch nicht als Datenkrake verschrien, galt Apple bislang nicht unbedingt als Vorreiter in Sachen Datenschutz. Umso erfreulicher, dass der Konzern aus Cupertino erst kürzlich ein Patent in den USA angemeldet hat, das sich genau dieses Themas annimmt.

Ein Nutzer, viele Identitäten

Interessant ist aber nicht nur die Tatsache, dass Apple der Datenschutz offenbar am Herzen liegt, sondern vor allem auch die Art und Weise, wie die Software funktionieren soll. Die hat, zumindest auf dem Papier, das Zeug zum Gamechanger. Denn statt anonymes Surfen zu versprechen, will die Software virtuelle Identitäten erzeugen, die unablässig und selbstständig Datenspuren produzieren, indem sie Suchanfragen starten, E-Mails verschicken und Internetseiten aufrufen.

Die User-Klone sind zahlenmäßig nicht begrenzt und sollen sich zudem recht genau an das tatsächliche Surf-Verhalten eines Nutzers anpassen lassen. Dieses Konzept soll es Datensammlern unmöglich machen, die wahre Identität eines Nutzers herauszufiltern und Daten zu speichern.

Das Apple-Patent mit der Nummer 825265 , ausführlich beschrieben auf patentlyapple.com, liegt der Annahme zugrunde, dass anonymes Surfen zukünftig nicht mehr möglich ist, da Marktforschungsunternehmen, Werbefirmen, Traffic-Auswerter oder auch Geheimdienste immer ausgefeiltere Methoden entwickeln um einem Nutzer im Web auf  Schritt und Klick zu folgen. Daher soll die Software die Datensammler mit falschen Daten überfluten, anstatt Spuren zu verwischen oder zu löschen.

So surfen Sie anonym mit dem Mac

Derzeit gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, virtuelle Spuren im Web zu verwischen. Bei nahezu jedem aktuellen Browser lässt sich ein “Privatmodus” aktivieren, der etwa unter anderem dafür sorgt, dass die besuchten Internetseiten nicht im Browser-Verlauf angezeigt werden oder die Auto-Vervollständigung deaktiviert wird. Dennoch gilt: Ein Restirisiko bleibt immer, der Privatmodus kann nicht alle Lücken schließen.

Einen Schritt weiter geht etwa das neue Mozilla-Addon/Datenschutzprojekt “Collusion”. Das Firefox-Plugin macht nicht nur sichtbar, wer gerade Daten sammelt, sondern verhindert auch gleichzeitig das Tracking. Collusion lässt sich hier gratis herunterladen.

Eine weitere Möglichkeit stellen externe Tools dar, die das Daten-Tracking verhindern sollen, darunter die Gratis-Software “Tor“, kompatibel mit Mac OS, Android, Linux und Windows oder das Tool “Do Not Track Plus” für Firefox, Safari oder Internet Explorer.