Android 4.0: Zehn Gründe, warum Ice Cream Sandwich sich lohnt

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Android-Smartphone. Das Xperia von Sony Ericsson lief mit Android 1.6, und damals fiel das Gerät samt Betriebssystem durch den Test. Schlechte Performance sowie miserable Technik. Einige Jahre später ist das OS aus dem Hause Google zum ernsthaften iOS-Konkurrenten und mobilen Betriebssystem der Zukunft gereift. Das aktuelle Android hat in der Version 4.0 Ice Cream Sandwich Ende 2011 noch einmal ein Refresh erhalten. Wir liefern euch einen detaillierten Überblick zum OS – und zehn Gründe, warum sich ein Wechsel lohnt?

2012 wird ein Jahr im Zeichen des Androiden. Das neue Betriebssystem Android 4.0, Codename Ice Cream Sandwich, hält zahlreiche Detailverbesserungen bereit. Gerade der Ansatz, verstärkt in den Business-Sektor einzutreten, lässt sich nicht verheimlichen.

1 – Überwachung des Datenvolumes

Was ansonsten nur via externe Applikation (App) möglich war, ist nun direkt im neuen OS integriert. Die “Überwachung des Datenvolumens” ist zum einen für Nutzer von Vorteil, die lediglich über ein beschränktes Datenpaket pro Monat verfügen. Zum anderen zeigt das System nun an, “wann” ungefähr das Datenvolumen überschritten wird. Um letzteres zu vermeiden, kann der Nutzer mit Android 4.0 einen Alarm einstellen, der dann auslöst, sobald man sich dem Limit gefährlich nähert. Ist der Traffic am Limit, können vorher schon Apps abgeschaltet werden, die für ordentlich Traffic auf der Datenautobahn sorgen. Das ist beispielsweise ideal für Mitarbeiter, die mit dem Android-Smartphone im Außendienst unterwegs sind.

2 – Systemleiste und bessere Schriftanpassung

Die Entwickler haben auf die Kritik reagiert und die Bedienungsoberfläche rundum an die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers angepasst. Speziell die neue Schrift gefällt. Sie ist explizit für hochauflösende Displays entwickelt worden. Die Systemleiste befindet sich nun am unteren Bildschirmrand, die mit drei Schaltflächen auf Klicks wartet. Der Nutzer hat die Wahl, ob diese ständig sichtbar oder ausgeblendet sein soll. Ausgeblendet erstrahlt das Display dann im Vollbild-Modus. Die Systemleiste ist gleichzusetzen mit den Funktionstasten auf Smartphones. Die linke Taste bringt den Nutzer zurück zum vorigen Fenster, die mittlere öffnet die Startseite/den Bildschirm und die rechte Taste öffnet eine Übersicht der zuletzt geöffneten Anwendungen. Nutzt man Android 4.0 auf Smartphones, darf sich der Anwender auf die Favoriten-Leiste freuen, in der sich alle beliebten Anwendungen ziehen lassen.

3 – Entsperren per Gesichterkennung

Für die einen ein lustiges Feature, für andere eine klare Sicherheitslücke. So kann man das so genannte Sperrfenster via “Face Unlock” entsperren. Einfach in die Kamera geschaut und schon öffnet sich der Startbildschirm. Der Nachteil: Nehme ich ein Bild vom Besitzer des Tablet oder Smartphone auf, halte ich dieses mit einem anderen Handy vor die Kamera, wird das gesperrte Gerät ebenfalls entsperrt. Diese Funktion kann der Nutzer natürlich deaktivieren. Was allerdings beim neuen Sperr-Modus gefällt, sind die etlichen Funktionen, die ich trotz Sperrung nutzen darf. Es ist beispielsweise möglich, sich direkt in die Kamera-Funktion zu klicken. Ebenfalls funktional ist der Abruf von Nachrichten. Keine Panik: Ist man unterwegs, sind diese Funktionen blockbar.

4 – Adressbuch mit mehr Übersicht

Für Business-Nutzer ist die neue Verwaltung der Adressen maßgeschneidert. Sie zeigt neben den größeren Portraits auch mehr Informationen zum jeweiligen Eintrag an. Auch die Verknüpfung zu den sozialen Netzwerken ist nun wesentlich berücksichtigt worden. Das eigene Profil steht nun ebenso zur Verfügung, sodass man es mit einem Klick an andere Kontakte versenden kann.

5 – E-Mail und Browser

Glaubt man den Entwicklern von Android 4.0, zeigt der standardisierte Browser zweimal schneller als der Vorgänger den gewünschten Inhalt. Der Browser kann nun auch die PC-Version der Internetseite automatisch anzeigen, die mobile Seite kann dagegen im Vorfeld geblockt werden – auch weil Flash ja doch immer noch stark zum Einsatz kommt (Warum auf das Original verzichten?). Ebenfalls nett: Wer möchte, speichert seine besuchten Webseiten einfach ab und liest sie später.

Der E-Mail-Client erlaubt das Speichern von speziellen Textbausteinen. Wird also ein Text häufiger benutzt, kann dieser einfach gesichert und in einer anderen Nachricht eingefügt werden. Natürlich sind Zugriffe auf Exchange sowie IMAP ebenfalls inklusive. Wer auf Google Mail setzt, wird mit dem neuen Update ebenfalls bedient. Die neue App wurde ein wenig aufgebohrt und ist Teil des OS Ice Cream Sandwich. Die App erlaubt es beispielsweise, die Suchfunktion zu erweitern. Wer oft mit dem Adressfeld arbeitet kann aufatmen. Per Drag & Drop dürfen nun die einzelnen Personen in den Feldern hin und her gewischt werden – ein Löschen und wieder neu Einfügen ist nicht mehr nötig.

6 – Bessere Kamerafunktion

Die Kamera-Software von Android 4.0 kann sich nun endlich sehen lassen. Zusätzliche Apps werden überflüssig, denn der Auslöser reagiert endlich zügig. Gesichtserkennung und Fokussieren ist nun integriert wie auch die Panoramafunktion. In der Bildanzeige sind ab sofort auch einige Bearbeitungspunkte untergebracht – Ausschneiden, Rotfärbung der Augen abändern und Glanzeffekte sind nur einige Features für die Nachbearbeitung.

7 – Eingabe von Texten

Auch die Eingabe von Texten ist angepasst worden. Neue Wörterbücher sowie verbesserte Algorithmen sorgen für ein flüssiges Schreiben. Ist der Prozessor des Gerätes dazu noch schnell, ist das Gerät auch für den Business-Einsatz startklar. Gerade die erwähnten Algorithmen sorgen dafür, dass selbst bei weniger treffsicheren Nutzern das angezeigt wird, was auch gemeint ist. Im Kurztest funktionierte die Texteingabe zügig und flüssig.

8 – Drahtlose Verbindungen

Bei der drahtlosen Verbindung geht Android neue Wege. Via Android Beam ist es möglich, Daten zwischen zwei Geräten auszutauschen – die NFC-Technik übernimmt dabei die Hauptaufgabe. Darüber hinaus unterstützt Android 4.0 nun “WiFi-Direct”. Geräte können darüber nun Daten per WLAN austauschen. Ein Router ist dabei nicht als Vermittler notwendig.

9 – Widgets lassen sich anpassen

Wer es unbedingt möchte, kann die Größe der Widgets anpassen – und zwar individuell. Die unterschiedlichen Desktops können so nach Wunsch angepasst und mit allerhand mehr Funktionen angereichert werden. Die Widgets sowie Apps lassen sich dazu in einzelnen Sammelordnern unterbringen.

10 – Bessere Performance

Das wohl ausschlaggebende Argument für Android 4.0 Ice Cream Sandwich ist die verbesserte Performance. Bei den letzten Tests mit dem Asus Transformer Prime haben wir es beim “Antutu Benchmark” auf bis zu 10.000 Punkte geschafft. Kein schlechter Wert für Honeycomb. Das nun freigegebene ICS schafft es allerdings auf 13.000 Punkte. Erste Tests bestätigen unsere Annahme, dass Android 4.0 nicht nur ausgereifter ist – die Idee, das Smartphone-OS und das Tablet-OS verschmelzen zu lassen war das Beste, was Google machen konnte.

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