Alternativen für KMUs: Data-Center-in-a-Box?

Immer mehr Spezialanbieter mit hochkonvergenten Server-Systemen kommen in letzter Zeit auf den Markt. Sie versprechen die Bündelung aller Komponenten — vom Server über den Speicher bis zur Virtualisierungs- und Administrationssoftware — in einer Art „Data-Center-in-a-Box“. Ein Markt mit Zukunft, den man sich als SME genauer anschauen sollte?

Eigentlich sind diese kompakten Systeme ja keine Neuheit. Viele Storage-Anbieter, darunter EMC, HP Storage oder NetApp, kooperieren bereits mit Herstellern von Hard- und Software, um dem Kunden ein All-in-One-Paket anbieten zu können. „IT Konvergenz“ nennt dieses Konzept beispielsweise EMC. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Taneja Group sieht darin einen echten Trend, denn im Moment gibt es viele Startups, die dieses Konzept anbieten und stetig verbessern.

Anbieter wie Nutanix, SimpliVity oder Scale Company drängen mit dem Konzept auf den Markt, das Arun Taneja, Gründer und Chef-Analyst der Taneja-Group, auch als „Hyper-Konvergenz“ bezeichnet. “The prognosis looks very good” sagte er gegenüber dem Boston Business Journal im August über SimpliVity. Aber er sieht auch einen generellen Trend, der deutliche Konturen annimmt: „Das nächste Jahr wird von Testumgebungen, dem Sammeln von Erfahrungen, aber auch ersten produktiven Systemen geprägt sein“, sagt der Analyst.  Ab 2014, so der Analyst, wird die Nachfrage nach diesen Kompaktsystemen deshalb deutlich ansteigen.

Für den Endkunden bedeutet das letztendlich, dass schon bald hohe Leistung zu günstigen Preisen angeboten wird. Die enge Verbindung von Hardware-Komponenten, Virtualisierungs- und Managementsoftware verbessert die Performance, da alles exakt aufeinander abgestimmt ist. Die Administration wird leichter, weil die IT eines Unternehmens nicht mehr mit komplexen, heterogenen Systemlandschaften kämpfen muss. Und auch der Entschluss zur Umstellung könnte dadurch leichter fallen, weil eben nicht jede kleinste Komponente selbst zusammen gesucht werden muss.

Umgekehrt muss die Firmen-IT dann allerdings genau prüfen, ob dieses „Data-Center-in-a-Box“ auch die für das eigene Unternehmen passenden Funktionen anbietet. Bevor Sie sich deshalb für die Hyper-Konvergenz für Ihre IT entscheiden, sollten Sie Ihre Bedürfnisse feststellen:

  • Welche Backup-Mechanismen benötigen Sie?
  • Wie muss die Kommunikation ablaufen?
  • Wie viel Energie verbrauchen Sie jetzt und was können Sie damit einsparen?
  • Bietet das System genügend Sicherheit?
  • Gibt es die Möglichkeit zur Deduplikation?
  • Sind alle bei Ihnen genutzten Prozesse in dem System abzubilden?

Die Vorteile liegen bei diesen Systemen relativ klar auf der Hand – Energiesparen und Effizienz seien hier als wichtigste Punkte genannt. Aber es gibt auch Nachteile: Nicht alle Komponenten eines solchen „Data-Center-in-a-Box“ werden tatsächlich benötigt, lassen sich aber nicht einfach abwählen. Und die Umstellung sollte ebenfalls gut überlegt sein, kostet sie doch einen gewissen Planungsaufwand. Auf der anderen Seite aber sollte man gerade als SME, das keine all zu großen IT-Ressourcen (personell und technisch) besitzt, diesen Trend interessiert mitverfolgen. Schließlich bietet er dem Unternehmen die Chance, skalierbare IT-Ressourcen zu moderaten Preisen einzusetzen und dabei auch noch Zeit und Geld zu sparen. Ist das „Data-Center-in-a-Box“ deshalb nicht vielleicht jetzt schon eine Überlegung wert?