100 Millionen Downloads: Die App ist tot, es lebe die App!

AppstoreApple hat bekanntgegeben, dass in weniger als einem Jahr mehr als 100 Millionen Apps aus dem Mac App Store heruntergeladen wurden. Entgegen der Unkenrufe, dass die App bald von HTML5-Anwendungen abgelöst würde. Im Gegenteil: Während bei mobilen Apps das Provisionsmodell in der Kritik steht, scheint der Mac App Store für Entwickler ein Heilsbringer zu sein.

Es sind Zahlen, die jeden, der sich zu Beginn mit dem Mac App Store befasst hat, nur noch den Kopf schütteln lassen: „In gerade einmal drei Jahren hat der App Store die Art und Weise verändert wie Anwender mobile Apps beziehen und nun verändert der Mac App Store den Markt für traditionelle PC Software,“ sagt Philip Schiller, Senior Vice President Worldwide Marketing von Apple.

„Mit über 100 Millionen Downloads in weniger als einem Jahr ist der Mac App Store der weltweit größte und am schnellsten wachsende Store für PC-Software.“ Gerade zum Start war das Angebot an Mac-Apps noch recht mau gewesen.

Ein Blick auf iTunes Rewind, Apples Kürung der erfolgreichsten Apps 2011, gibt Aufschluss über das Erfolgsmodell: Auf dem Mac liegt das Bildbearbeitungsprogramm Pixelmator ganz vorne, gefolgt von Civilization V. Auf Platz 3 rangiert djay und das Spiel Anomaly Warzone Earth. Zu den besten Spielen zählen Psychonauts, Galaxy on Fire 2 und Colin McRae: Dirt 2. Wie auch auf dem iPhone und dem iPad installieren User Apps vor allem zur Unterhaltung.

Entwickler setzen zunehmend auf den App Store

Der Erfolg des App-Anführers auf dem Mac, die Bildbearbeitungssoftware Pixelmator, verblüfft umso mehr, da der Entwickler eine App Store-only-Strategie fährt: „Der Mac App Store hat eine einmalige Reichweite und unseren Vertriebs- und Entwicklungsablauf komplett verändert,“ meint Saulius Dailide vom Pixelmator Team.

„Die Entscheidung Pixelmator 2.0 exklusiv über den Mac App Store anzubieten ermöglicht uns eine Vereinfachung der Updates unserer Bildbearbeitungssoftware und sichert uns einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.“

Pixelmator

Kein Einzelfall: „In weniger als einem Jahr haben wir die Distribution von djay for Mac umgestellt und vertreiben ausschließlich über den Mac App Store,“ sagt Karim Morsy, CEO von algoriddim. „Mit nur ein paar Mausklicks ist djay for Mac für Kunden in 123 Ländern weltweit erhältlich. Diese Reichweite hätten wir über traditionelle Vertriebskanäle nie erzielen können.“

Was ist aus dem Provisonsfrust vieler Anbieter geworden? Immerhin gehen 30 Prozent jedes Geschäfts an Apple. Während die Gewinneinbußen bei Verlegern von redaktionell betreuten Angeboten auf dem iPhone und dem iPad für Verdruß sorgen, scheint der Mac App Store viele Entwickler entlastet zu haben. Apple übernimmt das Hosting der Software, teilweise durch prominente Platzierungen das Marketing sowie den Kreditkartenverkehr. Bei erhöhter Nachfrage muss kein Serverplatz angemietet werden. Und die Software macht den User automatisch darauf aufmerksam, wenn Updates verfügbar sind.

18 Milliarden App-Downloads

Auch abseits des Macs sieht es gut aus für die App: Mittlerweile sind über 500.000 der kleinen Programme verfügbar, Kunden haben mehr als 18 Milliarden Apps heruntergeladen, kontinuierlich landen über eine Milliarde Apps im Monat auf Apple-Endgeräten. Vorausgesetzt Apples “iTV” kommt, wie von vielen Analysten prognostiziert, noch in 2012, dürfte der App-Fundus die Bestrebungen anderer Hersteller, die sich bereits zu einer Appstore-Allianz zusammengeschlossen haben, im Handumdrehen alt aussehen lassen.

Würde das Gerät, wie das jetztige Apple TV, auf einem iOS laufen und hätte Zugriff auf die iCloud, wäre eine neue App im Nu auf dem iPhone, dem iPad und dem Apple-TV-Gerät. Ziemlich appgefahren, oder?

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