10 Dinge, die wir nicht mehr übers iPhone 5 hören wollen

Manchmal platzt auch uns der Kragen. In diesen Tagen haben es iPhone-Nutzer aber auch nicht einfach. Wer ein iPhone 5 vorbestellt hat, wird als willenloses iSheep bezeichnet, wer noch überlegt, der wird mit den vermeintlichen Nachteilen bombardiert. Während alle anderen munter fachsimpeln, was dem neuen Ding aus Cupertino denn nun eigentlich fehlt. Hier sind zehn Dinge, die wir einfach nicht mehr über das iPhone 5 hören wollen.

1. Vom Design her hätte ich mehr erwartet

Von allen Allgemeinplätzen, die ein iPhone-Nutzer in diesen Tagen um die Ohren geschmettert kriegt, nervt dieser doch am meisten. Es ist ein unbedachter Ausruf, der daher rührt, dass Apple 2007 mit dem iPhone den Smartphonemarkt neu begründete. Steve Jobs war damit Pionier einer Bewegung.

Jahrelang hatten Nokia und Co. herumprobiert, bis dann Apple kam und es richtig macht. Dann der nächste große Wurf: das iPhone 4 mit Retina-Display. Seitdem optimiert Apple die Baureihe, wo es nur geht. Ganz genau: Es wird optimiert. Nicht neu erfunden. Wie sich das iPhone entwickelt hat, können Sie in unserer Infografik nachverfolgen.

Warum auch neu erfinden? Das iPhone ist ein Bestseller. Schon mal den Ausdruck “Never change a running system” gehört? Warum die Millionen von zufriedenen Kunden vergraulen mit einem gewagten Design, um weitaus weniger Neukunden zu gewinnen? Autohersteller, TV-Hersteller, Kamerahersteller – sie alle optimieren von Jahr zu Jahr ihre Geräte. Ohne die tausendfachen Unkenrufe, warum das neue Modell denn nun nicht etwas über die Maßen Revolutionäres sei. Ich will ein Smartphone, kein Schweizer Taschenmesser mit integriertem Laserpointer.

2. Das iPhone 5 wird sicherlich ein Flop

Nö, Pech gehabt. Leider aufs falsche Pferd gesetzt. Allein in den ersten 24 Stunden der Vorbestellungsphase wechselten zwei Millionen Exemplare den Besitzer. Allein in der Vorbestellungsphase. Das erste Verkaufswochenende steht noch bevor. Damit avanciert das iPhone 5 zum sich am schnellsten verkaufenden Tech-Produkt aller Zeiten.

3. Das kann ja immer noch kein Flash

Stimmt. Leider, leider kann das iPhone 5 immer noch kein Flash. Bis zum heutigen Tag warte ich darauf, dass ich mich dadurch in der mobilen Nutzung des Internets eingeschränkt fühle. Bislang war das leider nicht der Fall. Im Gegenteil: Videos laufen heutzutage über HTML5. Das spart Ressourcen, was auch Steve Jobs wusste. Er sollte Recht behalten.

4. Das Galaxy S3 hat ein größeres Display

Stimmt. Wären das Samsung-Smartphone und das iPhone 5 Raubtiere, hätte das Apple-Smartphone keine guten Karten. Doch es handelt sich nicht um Raubtiere, sondern mobile Endgeräte. Da kommt es nicht unbedingt auf die Größe an, sondern vor allem auf die Mobilität. Im Vergleich ist das iPhone 5 leichter, dünner und handlicher als das S3.

5. Das iPhone 5 ist viel zu teuer

Ja, das neue Smartphone aus Cupertino ist kein Billigheimer. Ganz und gar nicht. 679 Euro mindestens, 899 Euro maximal. Wissen wir auch. Erinnert uns nicht daran. Ist so schon schlimm genug, wenn wir unser mühsam Erspartes auf Tims Konto überweisen.

6. Da kommt doch bald bestimmt wieder ein neues iPhone

Stimmt. Ist genauso richtig wie: Nach dem Regen scheint die Sonne. Der Bäcker hat morgen wieder die Brötchen in der Auslage, die TV-Branche kommt zur IFA mit neuen Geräten und Smartphones bekommen einmal im Jahr ein Update. Zumindest unter der großen Playern im Mobile-Segment ist das mittlerweile ein Naturgesetz.

Hier gilt: nicht lange zögern, sonst steigt schnell das Frustlevel, wenn die nächste Keynote naht. Doch letzten Endes handelt es sich hierbei um ein Luxusproblem: Die Smartphones von Samsung, Apple, HTC und Co. halten mehrere Jahre. Aber man will sich ja schließlich nicht mit dem alten Schinken zufrieden geben, wenn der Rest der Freunde mit den neuesten Gadgets sogar schon mobil bezahlen kann.

7. Ihr seid doch alles iSchafe, die unreflektiert diesen Mist kaufen

iPhone-Käufern lastet immer noch das Stigma des “Apple-Fanboy” an. Das rührt noch aus der Phase, als Apple ein Nischenhersteller war und vor allem Kreative wie Designer, Art Directoren und Künstler für sich begeistert. Diese Gruppe schuf eine Art Kult, befördert von einem recht kultigen Apple-CEO: Steve Jobs.

Aber Leute, mal ehrlich: Wacht auf! Apple ist nicht mehr nur Kult, sondern voll im Mainstream angekommen. Vom Kind bis zum Rentner: Alle daddeln mit dem iPad. iPhone und iPad werden im Business eingesetzt. Yahoos neue Chefin Marissa Mayer orderte erst kürzlich 12.000 iPhone 5 für ihre Mitarbeiter. Wer als Android-Nutzer noch von iSchafen oder Apple-Fanboys redet, ist längst selbst zum verkappten Android-Jünger geworden, der nur ein Betriebssystem zu dulden scheint. Und den Rest unreflektiert abstraft.

8. Die Konkurrenz ist da schon weiter

Eine Kritik, die nahtlos an Punkt 7 anschließt. Denn während die Konkurrenz schon NFC-Chips zum mobilen Bezahlen verbaut, verweigert sich Apple einfach diesem Trend. Geht’s noch? Ich mein: Hallo! NFC! Da kann man überall mit mobil bezahlen! Aber Moment, wo kann man überhaupt mit NFC schon mobil bezahlen, von einigen McDonalds-Filialen einmal abgesehen? Wollen wir nicht alle gemeinsam abwarten, bis die Industrie sich auch dazu entschieden hat, Bezahlen per NFC flächendeckend anzubieten, bevor wir einen Smartphone-Hersteller verteufeln, weil er ein kostspieliges Bauteil einsetzt und die Kosten an den Kunden weiterreicht?

9. Wer braucht das überhaupt?

Einfache Antwort: Wenn Sie diese Frage stellen, brauchen Sie das iPhone 5 bestimmt nicht. Sie gehören zu der Gattung Menschen, die mit einem “Handy” nur telefonieren wollen. Und das ist auch völlig in Ordnung. Aber ist die Fragen nach dem Nutzen von Dingen nicht immer hinfällig? Was braucht es zum Leben? Was ist Luxus? Und warum müssen sich Menschen für ihren Lifestyle rechtfertigen, solange andere nicht dabei zu Schaden kommen? Kurzum: Auf diese unvernünftige Frage gibt es keine vernünftige Antwort. Für alle, die sich tatsächlich die Frage stellen, ob sie das Gerät brauchen, haben wir hier einen kleinen Ratgeber zusammengestellt.

10. Jetzt haben die auch noch den Adapter geändert und verlangen Geld dafür

Allen, die sich darüber aufregen, dass Apple doch tatsächlich die Dreistigkeit besitzt, sei folgendes Bild ans Herz gelegt.

CultofMac

Während sämtliche Hersteller über Jahre an Sammelsurium an Adapter anhäuften, blieb Apple seit dem iPod einem Adapter treu. Und tauschte ihn nun aus, um mehr Platz für andere wichtige Bauteile, wie etwa den Akku, zu schaffen. Dafür verlangen CEO Tim Cook und Co. auch nicht mehr. Ein entsprechendes Kabel liegt anbei. Wer dennoch sein altes Ladekabel nutzen will, kann sich einen Adapter zulegen.